Eine Elementdecke, auch Breitplattendecke oder Halbfertigteildecke genannt, ist ein Deckensystem aus vorgefertigten dünnen Betonplatten, die auf der Baustelle als verlorene Schalung dienen und mit Ortbeton zu einer monolithischen Decke ergänzt werden. Sie vereint die Vorteile der Fertigteilbauweise mit denen des Ortbetonbaus.
Aufbau einer Elementdecke
Die Konstruktion besteht aus mehreren Komponenten:
- Fertigplatte: Eine 5 bis 7 cm dicke, werkseitig hergestellte Betonplatte mit einbetonierter unterer Bewehrung. Die Plattenbreite beträgt in der Regel bis zu 2,50 m, die Länge richtet sich nach der Spannweite.
- Gitterträger: In die Fertigplatte einbetonierte dreieckige Stahlfachwerke, die als Schubbewehrung dienen und den Verbund zwischen Fertigplatte und Ortbeton sicherstellen. Gleichzeitig versteifen sie die Platte für den Transport und die Montage.
- Ortbetonergänzung: Auf der Baustelle wird Beton auf die Fertigplatte aufgebracht, bis die geplante Gesamtdeckendicke erreicht ist. In dieser Schicht werden die obere Bewehrung sowie eventuell erforderliche Zusatzbewehrungen verlegt.
- Fugenausbildung: Die Stoßfugen zwischen den einzelnen Elementplatten werden durch die Ortbetonschicht überdrückt und durch Querbewehrung kraftschlüssig verbunden.
Anwendung
Elementdecken sind im Wohnungs- und Geschossbau weit verbreitet. Sie eignen sich besonders für regelmäßige Grundrisse mit mittleren Spannweiten von 4 bis 8 Metern. Ihre Vorteile liegen in der hohen Untersichtqualität, dem Wegfall der Deckenschalung, der schnellen Montage und der Flexibilität bei Durchbrüchen und Aussparungen. Die Bemessung erfolgt nach DIN EN 1992-1-1 in Verbindung mit DIN EN 13747 für die Fertigplatten.
Verwandte Begriffe
- Filigrandecke
- Ortbetondecke
- Fertigteildecke
- Hohlkörperdecke
- Spannbetonhohlplatte
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