Eine Wendeltreppe ist eine spiralförmige Treppe, deren Stufen sich um eine zentrale Spindel drehen. Sie wird auch Spindeltreppe oder Spiraltreppe genannt und ist eine platzsparende Lösung in kleinen Wohnungen, denkmalgeschützten Gebäuden und industriellen Anlagen.
Aufbau
Die Wendeltreppe besteht aus drei Hauptbestandteilen:
- Spindel — der vertikale zentrale Pfosten aus Holz, Stahl oder Beton, an dem die Stufen befestigt sind
- Stufen — keilförmige Stufen, die spiralförmig um die Spindel ansteigen
- Handlauf — folgt der Außenseite der Spirale
Die Stufen sind an der Spindelseite schmal und außen breiter. Dadurch entsteht die charakteristische Drehbewegung.
Anwendungen
Eine Wendeltreppe wird dort eingesetzt, wo wenig Platz für eine gerade oder L-förmige Treppe ist:
- Dachbodentreppe — Zugang zu Speicher oder Dachgeschoss
- Mezzanin — zusätzliche Ebene in einem hohen Raum
- Gartenhaus mit Obergeschoss — geringer Grundriss
- Industrieanlagen — Türme, Schornsteine, Apparate
- Denkmalbauten — mittelalterliche Kirchtürme und Burgen
Maße und Vorschriften
Nach DIN 18065 gelten Anforderungen an Treppen in Wohnungen:
| Element | Anforderung (Wohnung) |
|---|---|
| Mindestauftrittsbreite (auf 30 cm Abstand zur Spindel) | 23 cm |
| Maximalsteigung | 21 cm |
| Mindestdurchmesser | ca. 140 cm |
Für industrielle oder Nebentreppen gelten andere Anforderungen. Eine geräumige Spindeltreppe hat einen Durchmesser von 180 bis 220 cm.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Kompakt — beansprucht wenig Grundfläche
- Dekorativ — ein Blickfang im Interieur
- Geeignet für Sanierungen mit eingeschränktem Platz
Nachteile:
- Möbeltransport nach oben schwierig
- Nicht als einziger Fluchtweg in größeren Wohnungen geeignet
- Schmal und steil bei kleinen Durchmessern
Verwandte Begriffe
- Spindeltreppe
- Steigung
- Auftritt
- Podest
- Treppenwange
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