Was ist eine Verzahnung?
Verzahnung ist eine Mauerwerkstechnik, bei der die Steine zweier angrenzender Wände oder Wandteile ineinandergreifen (verankert werden), sodass sie konstruktiv ein einheitliches Ganzes bilden. Bei der Verzahnung laufen die Steine der einen Wand in die andere hinein, was eine kraftschlüssige, mechanische Verbindung ohne zusätzliche Verbindungsmittel ergibt.
Warum Verzahnung?
Eine Wand, die nur neben einer anderen Wand steht (angebaut), kann sich bei Belastung oder Setzung lösen. Durch Verzahnung werden die beiden Wände strukturell verbunden:
- Stabiler — die Wände wirken auf Zug und Druck gemeinsam
- Erdbebensicher — bei horizontalen Kräften bleibt die Verbindung intakt
- Ästhetisch — keine sichtbaren Fugen oder Risse zwischen den Wänden
Verzahnung vs. Maueranker
| Methode | Verbindung | Wann |
|---|---|---|
| Verzahnung | Steine ineinandergreifend | Bei Neubau, gleichzeitiges Mauern |
| Maueranker | Stahlanker in Lagerfugen | Bei nachträglichem Anbau oder Zweischalenmauerwerk |
| Einkreuzen | Einzelne Steine einsetzen | Nachträglicher Anbau |
Ausführung
Beim gleichzeitigen Mauern:
- Richtschnur für beide Wände einrichten
- Position der Steine an der Ecke je Schicht wechseln
- Korrekte Mauerverbände verwenden (Halbverband, Kreuzverband)
- Sicherstellen, dass Stoßfugen nicht übereinander liegen
> Bei einem nachträglichen Anbau ist Verzahnung nicht mehr möglich. Dann werden Maueranker verwendet oder Aussparungen in die bestehende Wand gesägt.
Anwendungen
- Gebäudeecken (Vorder- und Seitenfassade)
- Anschluss Innenwand an Außenwand
- Trennwand auf Tragwand
- Gartenmauer mit Pilastern
Verwandte Begriffe
- Mauerverband
- Mauern
- Kreuzverband
- Rollschicht
- Stoßfuge
- Zweischaliges Mauerwerk
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