Eine Stützwand (Stützmauer) ist eine Konstruktion, die Erdreich, Wasser oder loses Material (wie Sand, Kies oder Kompost) zurückhält und so einen Höhenunterschied auffängt. Die Wand nimmt den horizontalen Erddruck auf und leitet ihn in das Fundament ab, sodass das Erdreich hinter der Wand nicht absackt oder ausgeschwemmt wird.
Funktionsweise
Erdreich, das an einer Wand liegt, übt einen horizontalen Druck aus, der mit der Tiefe zunimmt. Eine Stützwand muss diesem Druck standhalten, ohne zu kippen, zu gleiten oder zu brechen. Die häufigste Ausführung ist das L-förmige Betonelement (Winkelstützwand):
- Der senkrechte Schenkel hält das Erdreich zurück
- Der waagerechte Fuß liegt unter dem aufgefüllten Erdreich, sodass dessen Gewicht die Wand gegen das Kippen sichert
- Die Bewehrung nimmt die Zugkräfte im Beton auf
Andere Typen sind die Schwergewichtsmauer (die durch ihre eigene Masse hält) und Spundwände (für tiefere oder nasse Situationen).
Anwendung
- Garten und Geländegestaltung — Böschungen, erhöhte Beete, Auffahrten mit Höhenunterschied
- Lagerboxen — Stützwände für Sand, Kies oder andere Schüttgüter
- Infrastruktur — bei Straßen, Tiefgaragen und Uferbefestigungen
Zu beachten
- Sorge für eine Drainage hinter der Wand: aufgestautes Wasser erhöht den Druck erheblich
- Lege den Fuß auf ein tragfähiges, frostfreies Fundament
- Die nötige Dicke, Bewehrung und Fußbreite hängen stark von der Stützhöhe und dem Baugrund ab; lass dies bei höheren Wänden von einem Statiker berechnen
- Fertige L-Elemente sind schnell zu setzen, brauchen aber einen ebenen, stabilen Untergrund
Verwandte Begriffe
- Fundament
- Spundwand
- Wasserschutz
- Beton
- Bewehrung
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