Eine Matrize ist eine Hohlform, in die ein flüssiger oder verformbarer Werkstoff eingebracht wird, damit er nach dem Erhärten die gewünschte Gestalt behält. Am Bau begegnen Matrizen vor allem bei Betonfertigteilen, bei Struktur- und Fotobeton sowie bei der Herstellung von Bauteilen aus Kunststoff und Metall.
Anwendung
Betonfertigteile. Hohlplatten, Wandtafeln, Treppen, Balken und Stützen werden im Werk in Stahl- oder Holzformen gegossen. Weil die Form vielfach wiederverwendet wird, sind die Maße genauer als beim Ortbeton, und auf der Baustelle entsteht kaum Baufeuchte.
Strukturbeton. Eine Matrize aus elastischem Polyurethan oder Silikonkautschuk wird in die Schalung gelegt und prägt dem Beton ein Relief auf: Holzmaserung, Natursteinstruktur, ein Muster oder sogar ein Bild (Fotobeton). Da der Kautschuk elastisch ist, lässt sich das Bauteil auch aus Hinterschneidungen entformen.
Kunststoff und Metall. Rinnenhalter, Fensterprofile, Klicksysteme und Beschläge werden in Stahlformen gespritzt oder gepresst. Die hohen Formkosten rechnen sich nur bei großen Stückzahlen — deshalb sind Standardmaße am Bau so viel günstiger als Sonderanfertigungen.
Hinweise
- Entformen. Eine Matrize muss sich lösen lassen. Wände erhalten deshalb eine leichte Entformungsschräge, und es wird ein Trennmittel eingesetzt
- Wiederholung lohnt. Die Formkosten verteilen sich auf die Stückzahl. Ein Einzelstück aus einer neuen Form ist teuer, zwanzig gleiche Teile sind je Stück deutlich günstiger
- Maßhaltigkeit. Beton schwindet beim Erhärten. Die Form wird daher gegenüber dem Endmaß leicht größer ausgelegt
- Pflege. Beschädigungen, Rost oder anhaftende Betonreste zeichnen sich in jedem folgenden Bauteil ab
- Unterschied zur Schablone. Eine Schablone ist eine Hilfsform, an der entlang gearbeitet wird; die Matrize erzeugt das Produkt selbst
Verwandte Begriffe
- Betonfertigteil
- Schalung
- Fotobeton
- Schablone
- Gegenform
- Trennmittel
- Kunststoff
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