Bremer Grün ist ein historisches grünes Farbpigment auf Basis von Kupferacetat (Grünspan), das seit Jahrhunderten in der Bau- und Anstrichtechnik verwendet wird. Der Name geht auf die Handelsstadt Bremen zurück, die im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum für die Herstellung und den Handel dieses Pigments war.
Zusammensetzung und Herstellung
Bremer Grün besteht chemisch aus basischem Kupferacetat — Cu(CH₃COO)₂ — das durch die Einwirkung von Essigsäure auf Kupferplatten gewonnen wird. Historisch legten Handwerker Kupferbleche in Essig oder Trester (Weinreste) ein und ernteten nach einigen Wochen den entstandenen Grünspan.
Das Rohprodukt wurde anschließend gereinigt, gemahlen und zu einem feinen Pigmentpulver verarbeitet. Je nach Herstellungsverfahren entstand ein bläuliches bis tiefes Grün mit hoher Farbintensität.
Eigenschaften
- Leuchtende Grüntöne — von Blaugrün bis Smaragdgrün
- Hohe Deckkraft — bereits in dünnen Schichten deckend
- Lichtbeständigkeit — mäßig, kann unter starker Sonneneinstrahlung nachdunkeln
- Giftigkeit — Kupferverbindungen sind gesundheitsschädlich, daher heute nur eingeschränkt verwendbar
Anwendung
Bremer Grün wurde und wird in folgenden Bereichen eingesetzt:
- Fassadenanstriche — historische Gebäude mit typisch grünen Fensterläden und Türen
- Denkmalpflege — originalgetreue Restaurierung historischer Farbfassungen
- Holzanstriche — das Kupfer wirkt gleichzeitig als natürlicher Holzschutz gegen Pilze und Schädlinge
- Kunst und Dekoration — Wandmalereien, Fresken und dekorative Elemente
In der modernen Baupraxis ist Bremer Grün weitgehend durch synthetische Pigmente wie Chromoxidgrün ersetzt worden, die ungiftig, lichtechter und kostengünstiger sind. In der Denkmalpflege und bei historisch korrekten Sanierungen bleibt das Pigment jedoch unverzichtbar, um die originale Farbgebung eines Gebäudes wiederherzustellen.
Verwandte Begriffe
- Grünspan
- Kupferpigment
- Schweinfurter Grün
- Chromoxidgrün
- Kalkfarbe
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