Eine Lichtkuppel ist eine gewölbte, lichtdurchlässige Haube aus Kunststoff, die auf einem flachen oder flach geneigten Dach sitzt, um Tageslicht in den darunterliegenden Raum zu bringen. Sie steht nahezu immer auf einem Aufsetzkranz, der die Kuppel über die Wasserebene der Dachfläche hebt.
Die gewölbte Form hat zwei praktische Gründe: Sie ist steifer als eine ebene Platte aus demselben Werkstoff, und Regen und Schmutz laufen ab, statt stehen zu bleiben.
Aufbau
- Der Aufsetzkranz. Aus Kunststoff, Holz oder gedämmtem Plattenwerkstoff. Die Dachabdichtung wird am Kranz hochgeführt und abgeschlossen. Der Kranz muss hoch genug sein, um aufstauendes Wasser und Schnee zu halten; im Dachbau wird üblicherweise mindestens etwa 15 cm über der Dachfläche angesetzt.
- Die Kuppel selbst. Aus Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC). Acrylglas ist klarer und kratzfester, Polycarbonat deutlich schlagfester.
- Die Schalenzahl. Ein-, zwei- oder drei- bis vierschalig. Jede zusätzliche Schale verbessert die Dämmung, kostet aber Lichtdurchlässigkeit.
Ausführungen und Maße
Lichtkuppeln gibt es klar (maximale Lichtdurchlässigkeit, dafür Einblick und Schlagschatten) und opal (diffuses Licht, kein Einblick, etwas weniger Lichtdurchlässigkeit). Daneben existieren Varianten mit:
- einem zu öffnenden Flügel, von Hand mit Kurbelstange, elektrisch oder mit Spindel — vor allem nützlich, um im Sommer Wärme abzuführen;
- einer Rauch- und Wärmeabzugsfunktion (RWA), die im Brandfall automatisch öffnet;
- Lüftungsgittern im Aufsetzkranz für eine dauerhafte Grundlüftung.
Gängige lichte Maße (das Innenmaß der Dachöffnung) reichen von etwa 60 × 60 cm bis zu länglichen Ausführungen von rund 100 × 250 cm. Immer nach dem lichten Maß der Öffnung bestellen, nicht nach dem Außenmaß der Kuppel.
Dämmung und Kondensat
Eine einschalige Kuppel dämmt schlecht; eine mehrschalige Ausführung ist deutlich besser, bleibt aber hinter gutem Wärmeschutzglas zurück. In der Praxis wichtiger ist der Aufsetzkranz: ein ungedämmter Kranz ist eine Wärmebrücke, an der sich im Winter Kondensat bildet. Das tropft nach innen und wird dann für ein Leck gehalten, obwohl die Abdichtung intakt ist. Einen gedämmten Kranz wählen und darauf achten, dass der Innenanschluss luftdicht ist, damit keine warme Raumluft in die Konstruktion gelangt.
Sicherheit
Eine Lichtkuppel ist nicht begehbar. Der Durchsturz durch eine Tageslichtöffnung ist eine bekannte Ursache schwerer Unfälle bei Dacharbeiten. Wo Menschen zur Wartung aufs Dach gehen, gehört eine Durchsturzsicherung dazu — ein Gitter unter oder im Aufsetzkranz oder eine physische Absperrung rund um die Kuppel.
Wartung und Austausch
- Die Kuppel jährlich reinigen, mit Wasser und einem weichen Tuch; Scheuermittel und aggressive Reiniger verkratzen und schädigen den Kunststoff.
- Den Anschluss der Abdichtung an den Kranz bei jeder Dachinspektion prüfen; dort beginnt die Undichtigkeit.
- Kunststoff altert. Vergilbung, Mattwerden und Haarrisse sind normale Alterserscheinungen. Eine Kuppel ist ein Verschleißteil mit deutlich kürzerer Lebensdauer als die Abdichtung darunter.
- Der Austausch ist meist einfach. Bei intaktem Kranz lässt sich allein die Kuppel tauschen — ein überschaubarer Arbeitsgang, sofern das Maß korrekt genommen wird und sicher auf dem Dach gearbeitet werden kann.
Verwandte Begriffe
- Aufsetzkranz
- Lichtband
- Lichthaube
- Flachdach
- Lichtdurchlässigkeit
- Dachfenster
- EPDM
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