Eine Höhlenwohnung ist eine Wohnung, die in den Boden oder in weiches Gestein gegraben ist oder die größtenteils mit Erde bedeckt ist. Der umgebende Boden wirkt wie ein dicker, dämmender Mantel: Im Winter ist es dort verhältnismäßig warm und im Sommer kühl. Höhlenwohnungen kommen seit jeher in Gegenden mit weichem, gut zu bearbeitendem Gestein wie Löss, Tuffstein oder Mergel vor und leben im modernen Erdhaus oder Earth-Sheltered House fort.
Warum in der Erde bauen
- Stabile Temperatur — die Bodenmasse dämpft die Schwankungen; die Temperatur tief im Boden bleibt das ganze Jahr ziemlich konstant
- Schutz — vor Wind, Regen und Temperaturextremen
- Landschaftliche Einbindung — ein mit Gras oder Pflanzen bedecktes Dach verschwindet in der Umgebung
Zu beachten
Beim Bauen im oder unter dem Boden sind gute Wasserabdichtung, Drainage und Belüftung wesentlich: Feuchtigkeit und ein Mangel an Frischluft sind die größten Risiken. Die Konstruktion muss außerdem den Erddruck und das Gewicht eines eventuellen Grasdachs tragen können. Tageslicht kommt über eine offene Vorderseite, Lichtkuppeln oder Lichtschächte herein.
Anwendung
Historisch als einfache Wohnung in felsigen Gegenden; heutzutage als nachhaltiges Erdhaus, wobei die Erde den Energiebedarf für Heizung und Kühlung senkt.
Verwandte Begriffe
- Erdhaus
- Gründach
- Souterrain
- Dämmung
- Wasserabdichtung
- Löss
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