Eine Handsondierung ist eine leichte Form der Baugrunduntersuchung, bei der von Hand (oder mit einem leichten Sondiergerät) eine Stange mit einer Kegelspitze in den Boden gedrückt wird. Aus dem Widerstand, den der Boden bietet, leitet man ab, wie fest und tragfähig der Untergrund in verschiedenen Tiefen ist. Es ist das einfache Gegenstück zur mechanischen Sondierung.
Funktionsweise
Bei einer Sondierung wird eine Stange mit einer kegelförmigen Spitze (Konus) senkrecht in den Boden gedrückt. Man misst die Kraft, die nötig ist, um den Konus weiterzuschieben:
- Hoher Widerstand — deutet auf eine feste, tragfähige Schicht wie Sand hin
- Niedriger Widerstand — deutet auf weiche Schichten wie Ton oder Torf hin
- Tiefenverlauf — durch das Notieren des Widerstands in jeder Tiefe entsteht ein Bild des Bodenaufbaus
Bei einer Handsondierung geschieht dies mit Muskelkraft, wodurch die erreichbare Tiefe begrenzter ist als bei einem Sondierwagen.
Anwendung
Die Handsondierung wird vor allem bei kleineren Projekten und an schwer erreichbaren Stellen verwendet:
- Anbauten, Gartenhäuser und leichte Bauwerke — um zu bestimmen, ob ein einfaches Fundament ausreicht
- Innenarbeiten — Sondieren in einem bestehenden Haus oder Kriechkeller, wo keine schwere Maschine hinkommt
- Voruntersuchung — ein erster Eindruck des Bodens, bevor man eine umfangreiche Sondierung durchführen lässt
- Bestimmen der Fundamenttiefe — wie tief die tragfähige Schicht liegt
Zu beachten
- Die erreichbare Tiefe ist begrenzt; für schweren Bau oder tiefe Fundamente ist eine maschinelle Sondierung nötig
- Kombiniere eine Handsondierung oft mit einer Handbohrung, um auch Bodenproben zu gewinnen
- Lass die Ergebnisse von einem Fachmann beurteilen, bevor du eine Fundamentwahl triffst
Verwandte Begriffe
- Baugrunduntersuchung
- Fundament
- Handbohrer
- Gründungstiefe
- Tragfähigkeit
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