Eine Graft ist ein bewachsener Steilrand oder Erdwall, der in einer welligen, hügeligen Landschaft an der Grenze zwischen zwei Äckern liegt. Graften sind vor allem aus dem südlichen Limburg (Niederlande) bekannt, wo sie die Landschaft entlang der Hänge in Stufen gliedern.
Wie entsteht eine Graft?
An Hängen spült durch Regen und Bearbeitung ständig Erde nach unten. Am unteren Rand eines Ackers, oft dort, wo eine Hecke oder ein Gehölz wächst, bleibt diese Erde liegen und häuft sich an. So entsteht im Laufe von Jahrhunderten ein Höhenunterschied: oben ist der Acker abgeflacht, unten hat sich ein steiler, bewachsener Rand gebildet — die Graft.
Der Bewuchs (Sträucher, Niederwald und Bäume) hält den Boden fest und verstärkt den Wall. Die Graft wirkt so als natürliche Bodenstützung gegen Erosion.
Bedeutung
- Landschaftlich — Graften geben dem Limburger Hügelland sein charakteristisches, terrassenförmiges Aussehen
- Ökologisch — die bewachsenen Ränder sind wertvoll für Pflanzen und Tiere
- Wasserhaushalt — Graften bremsen abfließendes Wasser und mindern die Bodenerosion
Erhalt
Viele Graften sind als kulturhistorisches Landschaftselement geschützt. Der Erhalt erfordert regelmäßige Pflege des Bewuchses, damit der Wall seine stützende Wirkung behält.
Verwandte Begriffe
- Landschaftselemente
- Erosion
- Knick
- Böschung
- Bodenstützung
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