Was ist eine Folienkonstruktion?
Eine Folienkonstruktion ist eine unterirdische Baugrube oder ein Keller, bei dem ringsum eine wasserdichte Kunststofffolie (meist HDPE) als Abdichtung angebracht wird, anstelle einer vollständig wasserdichten Betonwanne. Diese Methode, auch Folienpolder oder Polderkonstruktion genannt, ermöglicht das Bauen tief unter dem Grundwasserspiegel, indem das Grundwasser mit der Folie ferngehalten wird.
Aufbau
Bei einer Folienkonstruktion wird zunächst eine Baugrube ausgehoben, anschließend wird eine durchgehende Folienmembran (HDPE-Bahn) über die Sohle und entlang der Wände verlegt und nahtdicht verschweißt. Gegen die Folie wird die eigentliche Betonkonstruktion erstellt. Die Folie bildet so eine geschlossene “Wanne” um den Keller:
- Sohlfolie unter der Kellersohle.
- Wandfolie entlang der kehrenden Wände, in der Regel bis über den Grundwasserspiegel hochgezogen.
- Schweißnähte, die vollständig dicht und überprüfbar sein müssen.
Anwendung
Die Folienkonstruktion wird eingesetzt bei:
- tiefen Kellern und Souterrains unter dem Grundwasserspiegel;
- unterirdischen Parkhäusern in städtischem, nassem Gebiet;
- Situationen, in denen eine herkömmliche wasserdichte Betonwanne technisch oder wirtschaftlich ungünstig ist.
Hinweise
Die Folie muss dem Wasserdruck standhalten und darf beim Betonieren nicht beschädigt werden. Häufig wird zwischen Folie und Beton ein Leckortungssystem eingebaut, sodass eine eventuelle Undichtigkeit aufgespürt und behoben werden kann. Die Druckverteilung des Grundwassers auf die Folie und der Auftriebsdruck unter der Sohle sind maßgebend für den Entwurf.
Verwandte Begriffe
- Folienpolder
- Baugrube
- Wasserdichte Betonwanne
- Grundwasserspiegel
- Leckortung
- Auftriebsdruck
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