Was ist eine flache Treppe?

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Eine flache Treppe hat einen geringen Steigungswinkel: Die Stufen sind niedrig (kleine Steigung) und tief (großer Auftritt), sodass man mit natürlichem Schritt nach oben geht. Im Niederländischen heißt sie treffend luie trap, also faule Treppe. Das Gegenteil ist die steile Treppe, bei der man hoch steigen muss und der Fuß nicht vollständig auf die Stufe passt.

Der Preis für den Komfort ist Platz: Eine flache Treppe braucht mehr Grundfläche, denn für dieselbe Geschosshöhe sind mehr und tiefere Stufen nötig.

Die Schrittmaßregel

Ob eine Treppe angenehm läuft, hängt nicht von Steigung oder Auftritt allein ab, sondern von der Kombination. Die klassische Schrittmaßformel lautet:

> 2 × Steigung + 1 × Auftritt = 59 bis 65 cm (optimal etwa 63 cm)

Dieser Wert entspricht der durchschnittlichen Schrittlänge. Eine Treppe, die der Formel folgt, läuft in einem natürlichen Rhythmus.

Treppentyp Steigung Auftritt Charakter
Steile Wohnungstreppe etwa 19 bis 20 cm etwa 23 cm Platzsparend, anstrengend
Komfortable Treppe etwa 17 bis 18 cm etwa 26 bis 28 cm Angenehm im Gebrauch
Flache Treppe etwa 15 bis 16 cm etwa 30 cm Großzügig, auch mit Gepäck

Was die Norm vorgibt

DIN 18065 (Gebäudetreppen — Begriffe, Messregeln, Hauptmaße) nennt für notwendige Treppen in Wohngebäuden Grenzwerte von etwa 14 bis 20 cm Steigung und ab etwa 23 cm Auftritt. Für Treppen in öffentlich zugänglichen Gebäuden gelten strengere Werte. Verbindlich sind daneben immer die Landesbauordnung und, bei Barrierefreiheit, DIN 18040.

Das sind Mindestanforderungen, keine Zielwerte. Eine flache Treppe liegt deutlich darüber und ist damit immer zulässig — wenn der Platz vorhanden ist.

Wann lohnt sich eine flache Treppe?

  • Barrierearmes und altersgerechtes Wohnen — bei nachlassender Beinkraft ist die Steigung der entscheidende Faktor
  • Eine Treppe, die man täglich mit Dingen in der Hand begeht — Wäschekorb, Kind, Einkäufe
  • Keller- und Dachbodentreppe, die als vollwertige Treppe genutzt werden soll
  • Außen- und Gartentreppen — draußen geht man von Natur aus mit längerem Schritt

Praktische Hinweise

  • Messen Sie zuerst die verfügbare Deckenöffnung — sie bestimmt Stufenzahl und damit die Steigung. Rechnen Sie: Geschosshöhe geteilt durch die Zahl der Steigungen
  • Immer in ganze Stufen teilen — alle Steigungen müssen exakt gleich sein. Eine abweichende Stufe, auch die unterste oder oberste, ist eine klassische Stolperstelle
  • Auf die Kopffreiheit achten — eine flache Treppe beginnt weiter im Raum und gerät dadurch eher in Konflikt mit der Deckenkante
  • Treppenrenovierung — das Überbauen vorhandener Stufen ändert die Steigung kaum, den Auftritt aber um einige Millimeter. Rechnen Sie nach, ob die Grenzwerte noch eingehalten werden

Verwandte Begriffe

  • Auftritt
  • Steigungslinie
  • Podest
  • Vorsprung

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