Eine Dehnungsfuge ist eine bewusste Öffnung (Fuge) in einer Konstruktion, die Raum für Wärmeausdehnung, Schwinden und Setzung bietet. Ohne Dehnungsfugen können Risse in Wänden, Böden und Fassaden entstehen, weil Materialien sich bei Wärme ausdehnen und bei Kälte zusammenziehen.
Wo befinden sich Dehnungsfugen?
| Ort | Typischer Abstand | Grund |
|---|---|---|
| Mauerwerk Fassaden | Alle 6-8 Meter | Wärmeausdehnung der Ziegel |
| Betonböden | Alle 4-6 Meter | Schwinden bei Aushärtung, Temperatur |
| Fliesenböden | Alle 5-6 Meter + bei Übergängen | Ausdehnung von Fliesen und Estrich |
| Geflieste Wände | Bei Ecken und Anschlüssen | Bewegung zwischen Wand und Boden |
| Pflaster | Alle 6-10 Meter | Wärmeausdehnung |
Wie wird eine Dehnungsfuge gemacht?
Im Mauerwerk
- Eine durchgehende vertikale Fuge in der Mauer, gefüllt mit flexiblem Material (Dichtstoff oder Schaumband)
- Breite: 10-15 mm
- Die Fuge verläuft über die gesamte Höhe der Mauer
In Betonböden
- Schnittfuge — Nach dem Gießen eine Rille sägen (1/3 der Bodendicke), sodass der Beton an einer kontrollierten Stelle reißt
- Profil — Ein Metall- oder Kunststoffprofil im Boden eingelegt
In Fliesenböden
- Eine flexible Fuge (Silikondichtstoff) anstelle von starrem Fugenmörtel
- Dehnungsprofil aus Aluminium oder Kunststoff für eine saubere Optik
Häufige Fehler
- Dehnungsfuge vergessen — Rissbildung ist bei großen Flächen unvermeidlich
- Dehnungsfuge mit starrem Mörtel verschließen — Die Fuge muss flexibel bleiben
- Zu wenige Fugen — Große Terrassen oder Böden brauchen alle 5-6 m eine Fuge
- Fuge nicht durchgehend — Eine Dehnungsfuge muss von oben bis unten durchlaufen
Verwandte Begriffe
- Mauerverband
- Fundament
- Fliesen
- Betonplatte
- Fassade
- Fugen
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