Was ist eine Aufbetonschicht (Druckschicht)?
Eine Aufbetonschicht ist eine dünne, bewehrte Ortbetonschicht, die auf einem Fertigteilelement oder einer Elementdecke aufgebracht wird und die Druckkräfte in der Konstruktion aufnimmt. Durch die Aufbetonschicht entsteht eine monolithische Verbunddecke, die als Ganzes biegen und Kräfte zur Wand abtragen kann.
Wie wirkt die Aufbetonschicht?
Bei einer Fertigteildecke (Hohldielen-, Spannbeton- oder Elementdecke) entstehen oben Druck- und unten Zugspannungen. Die Fertigteile haben unten vorgespannte Bewehrung für die Zugkräfte. Oben wird die Aufbetonschicht gegossen:
- Druckkraftaufnahme — Beton ist druckfest und nimmt positive Momente auf
- Lastverteilung — die Schicht verteilt Punktlasten auf mehrere Elemente
- Scheibenwirkung — die Decke wirkt als steife Scheibe und überträgt horizontale Kräfte
- Fugenschluss — Fugen zwischen Fertigteilen werden monolithisch verbunden
Eine Aufbetonschicht ist meist 50 bis 80 mm dick und enthält eine leichte Bewehrungsmatte gegen Rissbildung.
Anwendung
- Elementdecke — Fertigteil-Unterschale mit Aufbeton
- Hohldielendecke — Aufbeton für Scheibenwirkung und Elementverbindung
- Hohlkörperdecke — Verbundbauweise mit eingegossener Aufbetonschicht
- Sanierung — zusätzliche Aufbetonschicht zur Verstärkung
- Dächer und Laubengänge — befahrbare Decken auf Fertigteilen
Hinweise
- Oberfläche des Fertigteils rauh herstellen oder Haftbrücke verwenden
- Beton ausreichender Festigkeitsklasse wählen (meist C20/25 oder höher)
- Bewehrung mit Abstandhaltern auf richtige Höhe bringen
- Aufbeton in einem Arbeitsgang einbauen und sorgfältig verdichten
- Vor Austrocknung beim Aushärten schützen
Verwandte Begriffe
- Elementdecke
- Hohlkörperdecke
- Verbunddecke
- Bewehrung
- Konstruktionsbeton
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