Eingeschwungen bedeutet, dass ein Bauteil eine nach innen gerichtete, hohle (konkave) Biegung bildet. Der Begriff stammt vom Wort „schwenken” — die Richtung ändern oder biegen — und beschreibt im Bauwesen eine Linie oder Fläche, die sich nach innen krümmt. Das Gegenteil ist ausgeschwungen: eine nach außen gerichtete, bauchige (konvexe) Biegung.
Wo kommt es vor?
Eingeschwungene Formen sind typisch für die anmutigen Giebel der niederländischen Baukunst, besonders bei historischen Grachtenhäusern:
- Hals- und Glockengiebel — die Giebelbekrönung bildet eine hohle Biegung, die fließend in die Spitze übergeht
- Klauensteine (Klaustücke) — die dekorativen Stücke, die die Giebelspitze flankieren, sind oft eingeschwungen ausgeführt
- Strebepfeiler und Übergänge — wo eine senkrechte Fläche mit einer hohlen Krümmung nach oben schmaler wird
Anwendung
- Historische Fassaden — der Wechsel von eingeschwungenen und ausgeschwungenen Linien verleiht der Fassade eine lebendige, gegliederte Silhouette
- Restaurierung — bei der Instandsetzung monumentaler Fassaden muss die ursprüngliche Krümmung genau nachvollzogen werden
- Ornamentik — Gesimse und Voluten in Barock und Renaissance nutzen viele eingeschwungene Formen
Zu beachten
- Ein eingeschwungener Giebelabschluss erfordert fachkundiges Maurer- und Hauwerk, da jede Schicht etwas versetzt liegt
- Die hohle Form kann Wasser halten; gute Entwässerung und Bleianschlüsse sind wichtig
Verwandte Begriffe
- Halsgiebel
- Glockengiebel
- Klaustück
- Fassade
- Gesimswerk
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