Ein Vordach ist ein kleines, auskragendes Dächlein über einer Tür, einem Fenster oder einer Fassadenöffnung, das Regen und Sonne abhält. Kennzeichnend ist, dass es aus der Fassade heraus getragen wird und keine eigenen Stützen auf dem Boden hat — das unterscheidet es vom Carport oder von der Terrassenüberdachung.
Die Funktion ist praktischer, als sie wirkt: Man bleibt trocken, während man den Schlüssel sucht, die Haustür und ihr Anstrich sind vor Schlagregen und Sonne geschützt, und im Sommer wird der direkte Sonneneinfall auf ein Fenster begrenzt.
Typen
- Flaches Plattenvordach — eine schlichte, ebene Fläche aus Stahl, Aluminium oder Verbundwerkstoff
- Glasvordach — Verbundsicherheitsglas an Edelstahl-Zugstangen; lässt Licht an die Haustür
- Holzvordach — eine Konstruktion aus Sparren mit Stirnbrettern und einer Deckung aus EPDM, Zink oder Ziegeln
- Gemauertes oder Betonvordach — eine auskragende Platte, in älteren Bauten oft Teil der Fassade
- Markise — ein ausfahrbares Tuch; streng genommen Sonnenschutz, umgangssprachlich aber auch Vordach
Konstruktive Punkte
- Befestigung — ein Vordach ist eine Auskragung, die Befestigung nimmt also ein Moment auf. Befestigen Sie immer in der tragenden Wand, nie allein in der Vormauerschale eines zweischaligen Mauerwerks und nie in Dämmung oder Riemchen
- Belastung — rechnen Sie mit Eigengewicht plus Schneelast. Eine Auskragung über etwa einem Meter braucht fast immer Zugstangen oder Streben, oder eine statische Berechnung
- Gefälle und Entwässerung — mindestens 1 bis 2 Prozent Gefälle nach vorn oder zu einer Seite. Ohne Gefälle bleibt Wasser stehen
- Wandanschluss — hier entstehen die meisten Schäden. Führen Sie die wasserführende Schicht etwa 10 bis 15 cm an der Fassade hoch und binden Sie sie in eine ausgefräste Fuge oder unter ein Anschlussblech ein
- Wärmebrücke — bei einer durchbetonierten Platte durchstößt das Bauteil die Dämmebene. Verwenden Sie im Neubau eine thermisch getrennte Befestigung (Isokorb)
Genehmigung
Ob ein Vordach genehmigungsfrei ist, richtet sich in Deutschland nach der Landesbauordnung, der Größe der Auskragung und dem Bebauungsplan. Bei Denkmalschutz, im Ensembleschutzbereich oder an der Straßenseite ist häufig eine Genehmigung nötig. Klären Sie das vor der Bestellung bei der Bauaufsichtsbehörde.
Kosten (Richtwert)
Ein Standard-Haustürvordach von etwa 1,5 Metern Breite kostet als Bausatz grob 200 bis 900 Euro, je nach Material und Größe. Ein Sondervordach aus Stahl oder Glas liegt deutlich darüber; die Montage kommt mit einigen Arbeitsstunden hinzu.
Verwandte Begriffe
- Vorsprung
- Stirnbrett
- Fassade
- Balkon
- Traufe
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