Ein Verpresspfahl, auch Schraubinjektionspfahl oder Kleinbohrpfahl genannt, ist ein Gründungspfahl, der vor Ort im Boden gebildet wird, indem Verpressmörtel (Zementmörtel) unter Druck rund um ein Stahlrohr oder einen Stab injiziert wird. Da sich der Mörtel mit dem Boden vermengt und nach außen presst, entsteht ein Pfahl mit rauem Schaft und guter Verbindung zum Boden.
Wirkungsweise
Beim Herstellen eines Verpresspfahls wird ein hohles Gestänge oder Rohr in den Boden geschraubt oder gebohrt. Beim Einbringen oder Zurückziehen wird über die Spitze Mörtel injiziert, der den umgebenden Boden teils verdrängt und verfestigt. Der Stahlkern bleibt im Pfahl und nimmt die Zug- und Druckkräfte auf.
Anwendung
Verpresspfähle werden oft dort gewählt, wo gewöhnliche Rammpfähle schwierig sind:
- Fundamentsanierung — das Verstärken bestehender Fundamente, auch in Gebäuden mit geringer Arbeitshöhe
- Erschütterungsempfindliche Umgebung — erschütterungsarme Alternative zu Rammpfählen im Stadtgebiet
- Zugpfähle — etwa gegen Auftrieb von Kellern und Wannen
- Kleine Geräte — einsetzbar mit kompaktem Gerät an schwer zugänglichen Stellen
Der Verpresspfahl verbindet das Einbringen eines tragfähigen Kerns mit der Verpressinjektion zur Bodenverbesserung. Da der Mörtel den Schaft rau und breit macht, entsteht eine hohe Mantelreibung, was besonders bei Zugbelastung günstig ist.
Verwandte Begriffe
- Verpressinjektion
- Vergussmörtel
- Gründungspfahl
- Fundamentsanierung
- Mantelreibung
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