Ein Spanbrecher — auch Klappe oder Deckeisen genannt — ist das obere Eisen eines Doppelhobeleisens, das fest, aber leicht federnd auf das untere Teil (das eigentliche Hobeleisen) geklemmt wird. Der Spanbrecher bricht die Holzlocke in der Hobelöffnung und fördert so den Abtransport der Späne.
Funktionsweise
Beim Hobeln steigt eine Holzlocke aus dem Hobelmaul auf. Ohne Spanbrecher kann diese Locke tiefer einreißen als die Schneide und die Holzoberfläche beschädigen. Der Spanbrecher verhindert dies:
- Locke brechen — die Locke knickt am Spanbrecher und reißt nicht weiter ein
- Spanabfuhr — die gebrochene Locke wird sauber durch das Hobelmaul abgeführt
- Federnde Klemmung — die Unterseite des Spanbrechers ist leicht gewölbt, wodurch „Feder” entsteht und der Spanbrecher straff am Hobeleisen anliegt
Der Abstand zwischen der Schneide des Hobeleisens und der Kante des Spanbrechers bestimmt die Feinheit der Arbeit: Je näher der Spanbrecher an der Schneide sitzt, desto weniger kann die Locke einreißen — wichtig bei quer verlaufender oder verdrehter Holzfaser.
Anwendung
- Handhobel — Putzhobel, Doppelhobel und Rauhbank haben ein Doppeleisen mit Spanbrecher
- Feines Ausarbeiten — bei schwierigem, „gegen den Strich” verlaufendem Holz wird der Spanbrecher nah an die Schneide gesetzt
Zu beachten
- Die Kante des Spanbrechers muss exakt eben am Hobeleisen anliegen; ein Spalt lässt Späne klemmen
- Stelle den Spanbrecher auf die Holzart ein: weiter zurück für groben Abtrag, näher heran für feines Ausarbeiten
Verwandte Begriffe
- Stemmeisen
- Hobel
- Holzverbindungen
- Holzarten
- Holzbearbeitung
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