Ein Senkkeller (auch Absenkkeller genannt) ist ein Keller, der zunächst auf Geländeniveau oder knapp darüber errichtet und anschließend durch Aushub des darunterliegenden Erdreichs kontrolliert in den Boden abgesenkt wird. Diese Technik ermöglicht den Einbau eines Kellers, ohne eine tiefe offene Baugrube ausheben zu müssen.
Funktionsweise
Der Bau eines Senkkellers erfolgt in mehreren Schritten:
- Fundament und Wände werden auf Geländeniveau betoniert, oft als geschlossener Kasten mit Bodenplatte
- Schneidkanten an der Unterkante der Wände erleichtern das Eindringen in den Boden
- Boden wird ausgehoben, meist von innen heraus mit Baggern oder manuell
- Eigengewicht der Konstruktion lässt den Keller gleichmäßig absinken
- Nach Erreichen der Zieltiefe wird die Bodenplatte vergossen oder abgedichtet
- Hohlräume zwischen Kellerwand und umgebendem Erdreich werden verfüllt
Anwendung
Senkkeller werden in verschiedenen Situationen eingesetzt:
- Nachträglicher Kellerbau unter bestehenden Gebäuden, wo eine offene Baugrube nicht möglich ist
- Hoher Grundwasserstand: Die wasserdichte Konstruktion wird als Ganzes abgesenkt
- Beengte Platzverhältnisse: Kein Platz für Böschungen oder Baugrubenverbau
- Leichte Böden: In sandigen oder lockeren Böden funktioniert die Absenktechnik besonders gut
- Kleinkeller: Für Einfamilienhäuser, die nachträglich einen Keller erhalten sollen
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Keine tiefe Baugrube erforderlich
- Geringere Beeinträchtigung der Umgebung
- Auch unter bestehenden Gebäuden realisierbar
Nachteile:
- Risiko ungleichmäßigen Absinkens
- Begrenzte Kellergröße durch Eigengewicht
- Hohe Anforderungen an die Abdichtung
Verwandte Begriffe
- Absenken
- Caisson
- Kellerbau
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