Was ist ein Seitenschiff?
Ein Seitenschiff ist ein längs verlaufender Raumbereich, der parallel zum Hauptschiff (Mittelschiff) einer Kirche, einer Basilika oder einer großen Halle verläuft. Das Seitenschiff ist vom Hauptschiff durch eine Reihe von Säulen, Pfeilern oder Pilastern getrennt, die die darüber liegende Konstruktion tragen. In der klassischen Kirchenarchitektur hat eine Kirche oft zwei Seitenschiffe, eines auf jeder Seite des Mittelschiffs.
Das Seitenschiff ist in der Regel niedriger und schmaler als das Hauptschiff. Dieser Höhenunterschied wird für die Beleuchtung genutzt: Durch das Obergaden (die Fensterreihe oberhalb der Seitenschiffbögen) fällt Licht in das Mittelschiff. In romanischen und gotischen Kirchen ist dies ein bestimmendes Merkmal der Raumwirkung.
Konstruktiv ist das Seitenschiff als Widerlager für die seitlichen Kräfte der Gewölbe im Hauptschiff von Bedeutung. Die Dächer der Seitenschiffe helfen zusammen mit Strebebögen (in der gotischen Architektur) die horizontalen Kräfte aufzunehmen.
Anwendung
Der Begriff Seitenschiff ist vor allem im Kontext von Kirchenbau, Denkmalpflege und Architekturgeschichte relevant. Bei der Restaurierung oder dem Umbau von Kirchen, Klöstern und anderen historischen Gebäuden ist das Seitenschiff ein wesentlicher Bestandteil der räumlichen Gliederung und konstruktiven Logik.
Moderne Architekten übertragen das Prinzip des Seitenschiffs auch auf Hallen- und Industriegebäude, bei denen niedrigere Seitenräume neben einer hohen zentralen Halle funktional für Lagerung, technische Anlagen oder Büroräume genutzt werden.
Verwandte Begriffe
- Mittelschiff
- Vierung
- Säule
- Pfeiler
- Gewölbe
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