Ein Rammprotokoll ist das Logbuch, in dem während des Rammens für jeden Pfahl festgehalten wird, wie viele Schläge nötig sind, um den Pfahl eine bestimmte Strecke in den Boden zu treiben. Es dient als Nachweis, dass jeder Pfahl die tragfähige Schicht erreicht hat.
Was wird festgehalten?
Pro Pfahl notiert der Rammmeister oder das Messsystem unter anderem:
- Pfahlnummer und Position — gekoppelt an den Pfahlplan
- Schlagzahl — die Anzahl Schläge pro Dezimeter oder Meter Eindringung
- Endeindringung — die Setzung bei den letzten Schlägen
- Rammtiefe — die erreichte Tiefe bezogen auf Gelände oder Normalhöhe
- Bärgewicht und Fallhöhe — die Energie des Rammbären
Warum ist es wichtig?
Je tiefer der Pfahl kommt und je höher der Spitzenwiderstand wird, desto mehr Schläge sind für dieselbe Eindringung nötig. Diese Zunahme bestätigt, dass die tragfähige Sandschicht erreicht ist. Bleibt die Schlagzahl zu niedrig, ist die Schicht womöglich nicht erreicht.
Anwendung
Das Rammprotokoll wird verwendet für:
- Kontrolle der Tragfähigkeit — Vergleich mit dem berechneten Wert aus der Drucksondierung
- Abnahmedokumentation — Nachweis gegenüber Tragwerksplaner und Bauherr
- Problemanalyse — bei abweichenden Pfählen
- Anpassung des Pfahlplans — mitunter werden zusätzliche Pfähle gerammt
Verwandte Begriffe
- Pfahl
- Rammgerät
- Tragfähigkeit
- Drucksondierung
- Pfahlgründung
- Pfahlplan
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