Was ist ein Nistkasten?

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Ein Nistkasten ist eine künstliche Nistgelegenheit für Vögel oder ein Quartier für Fledermäuse. Im Bauwesen ist damit meist nicht das Holzkästchen am Baum gemeint, sondern der Einbaunistkasten oder Niststein: ein Element aus Holzbeton oder gleichwertigem Material, das ins Mauerwerk oder hinter die Fassadenbekleidung eingebaut wird und nach der Fertigstellung kaum auffällt.

Warum das in Bauvorhaben auftaucht

Moderne Fassaden und Dächer sind dicht. Spalten unter Dachziegeln, Öffnungen hinter Traufbrettern und Zugänge in die Luftschicht — die Orte, an denen Mauersegler, Haussperlinge und Fledermäuse seit jeher brüten oder ruhen — verschwinden bei nachträglicher Dämmung und im Neubau. Fortpflanzungs- und Ruhestätten dieser Arten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt, auch wenn sie zum Zeitpunkt der Arbeiten leer stehen. Vor Sanierung und Dämmung ist deshalb eine artenschutzrechtliche Prüfung nötig; Nistkästen sind dann die übliche Ersatzmaßnahme.

Typen und Maße

  • Mauerseglerkasten — liegendes Einflugloch von etwa 65 mm Breite und 30 mm Höhe. Hoch in der Fassade anbringen, direkt unter der Traufe, mit freiem Anflug
  • Sperlingskasten — rundes Einflugloch von etwa 32 mm. Sperlinge brüten in Kolonien: in Gruppen anbringen
  • Fledermauskasten — ein flacher Spaltenkasten mit schmalem Einflugschlitz an der Unterseite, meist 15 bis 20 mm hoch
  • Aufsatzkasten oder Einbaukasten — der eine wird vorgesetzt, der andere eingemauert und verschwindet in der Fassadenfläche

Beim Einbau wird die Vorderseite meist 2 bis 3 cm zurückversetzt montiert, sodass Riemchen davorgesetzt werden können und nur die Einflugöffnung sichtbar bleibt. Mehrere Kästen mit mindestens 50 cm Abstand zueinander anordnen, waagerecht wie senkrecht.

Worauf beim Anbringen zu achten ist

  • Ausrichtung. Die volle Südseite meiden: ein Kasten hinter dunkler Fassade in der prallen Sonne wird zu heiß. Nord bis Ost ist für die meisten Arten angenehmer
  • Höhe. Mauersegler brauchen freien Anflug, mindestens etwa 4 m hoch und ohne Hindernisse davor
  • Nie über Tür oder Fenster. Kot unter der Einflugöffnung ist der Grund, warum Kästen wieder verschwinden
  • Ringsum weiterdämmen. Ein Einbaukasten in der Dämmebene muss thermisch getrennt sein, sonst entsteht eine Wärmebrücke
  • Kein Anflugstab am Vogelkasten; der hilft vor allem Fressfeinden
  • Ausführung. Holzbeton hält Jahrzehnte und ist spechtsicher, dünnes Sperrholz nicht
  • Zeitpunkt. Abbruch-, Dämm- und Dacharbeiten außerhalb der Brutzeit ausführen und Ersatzkästen deutlich vor dem Eingriff anbringen

Verwandte Begriffe

  • Ökologisches Bauen
  • Gründach
  • Naturwert
  • Nachträgliche Dämmung
  • Traufe
  • Baugenehmigung

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