Ein Mendeur ist das große, zweiflügelige Tor in der Giebel- oder Traufseite eines niederländischen Bauernhauses, durch das ein beladener Erntewagen hineingefahren werden konnte. Der Name kommt von mennen: ein Pferdegespann lenken. In anderen Regionen heißt dasselbe Tor Baander, Deeldeur oder Darsdeur; Mendeur ist vor allem in Zeeland und Teilen des Ostens der Niederlande gebräuchlich. Das deutsche Gegenstück ist das Scheunen- oder Tennentor.
Maße und Aufbau
Das Maß richtete sich nach dem hoch beladenen Erntewagen:
- Höhe und Breite liegen meist bei 3 bis 4 Metern — für zeeländische Scheunen werden oft etwa 3,5 × 3,6 m genannt
- Das Tor ist zweiflügelig, damit jeder Flügel noch zu bewegen ist
- In einem Flügel sitzt häufig eine Schlupftür (niederländisch klinket) für Personen, sodass die großen Flügel geschlossen bleiben können
- Im anderen Flügel findet sich mitunter ein kleines Fenster für Tageslicht auf der Tenne
- Konstruktion: senkrechte Bretter auf einem liegenden Rahmen, aufgedoppelt und mit schweren Langbändern am Pfosten aufgehängt
Nutzung und Instandhaltung
Der Mendeur führt auf die Tenne — den Mittelteil des Hofes, wo Getreide und Heu abgeladen und gedroschen wurden. Bei der Umnutzung alter Höfe bleibt das Tor meist das prägende Element der Fassade; oft wird von innen eine gedämmte Glaswand dahintergesetzt, sodass das äußere Bild erhalten bleibt.
Worauf zu achten ist:
- Absacken ist der häufigste Schaden; eine diagonale Strebe oder eine Zugstange im Torflügel verhindert es
- Bänder und Kloben auf Spiel und Rost prüfen und schmieren
- Die Unterkante fault zuerst: Abstand zum Boden halten und die Hirnholzkanten sorgfältig beschichten
Verwandte Begriffe
- Tennentor
- Tenne
- Scheune
- Langband
- Hallenhaus
- Umnutzung
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