Ein Megaron ist der rechteckige Hauptsaal eines mykenischen Palastes oder vornehmen Hauses: ein langgestreckter Raum mit offener Vorhalle, einem Vorraum und einem großen Saal mit mittigem Herd. Bekannt ist der Bautyp aus der griechischen Bronzezeit, unter anderem aus den Palästen von Mykene, Tiryns und Pylos.
Aufbau
Der Grundriss ist streng und übersichtlich, alle Teile liegen auf einer Achse hintereinander:
- Die Vorhalle — ein offener Raum zwischen den verlängerten Seitenwänden, meist mit zwei Säulen zwischen den Wandenden
- Der Vorraum — ein Zwischenraum, der in den Hauptsaal führt
- Der Hauptsaal — mit einem runden Herd in der Mitte, umstellt von vier Säulen, die das Dach tragen und die Öffnung für den Rauchabzug einfassen
Der Thron des Herrschers stand in der Regel an einer Seitenwand des Hauptsaals, neben dem Herd.
Bedeutung für die Baukunst
Baugeschichtlich ist das Megaron interessant, weil sein Schema im späteren griechischen Bauen wiederkehrt. Die Folge Vorhalle – Vorraum – Hauptraum, mit Säulen zwischen den verlängerten Seitenwänden, entspricht der Abfolge im klassischen griechischen Tempel: Pronaos, Cella und mitunter ein rückwärtiger Raum. Auch das Prinzip tragender Säulen unter einer Dachöffnung begegnet in der antiken Baukunst immer wieder.
Konstruktiv wurde mit schweren Wänden aus Stein und Lehm oder mit Lehmziegeln auf steinernem Sockel gebaut, dazu hölzerne Säulen und ein hölzerner Dachstuhl. Der Herd mitten im Raum, ohne Schornstein, aber mit Dachöffnung, blieb in Europa bis weit ins Mittelalter in Gebrauch.
Verwandte Begriffe
- Griechische Baukunst
- Naos
- Cella
- Ante
- Antentempel
- Hypostyl
- Domus
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