Was ist ein Lehrgerüst (Bogenlehre)?
Ein Lehrgerüst (auch Bogenlehre oder Lehrbogen genannt) ist eine temporäre Hilfskonstruktion, auf der ein Bogen gemauert oder auf der Steine in Bogenform gestapelt werden. Achtung: Ein Lehrgerüst ist kein Baustil, sondern eine Unterstützung.
Wie funktioniert ein Lehrgerüst?
Ein gemauerter Bogen kann sich erst selbst tragen, wenn alle Steine an ihrem Platz sitzen, der Schlussstein gesetzt ist und der Mörtel ausgehärtet ist. Bis dahin müssen die Steine gestützt werden. Dazu dient das Lehrgerüst:
- Das Lehrgerüst wird in der richtigen Bogenform ausgeführt, meist aus Holz.
- Es wird unter dem künftigen Bogen aufgestellt und abgestützt.
- Der Maurer stapelt die Steine auf dem Lehrgerüst, bis der Bogen vollständig ist.
- Nach dem Aushärten wird das Lehrgerüst entfernt; dies nennt man Ausschalen des Bogens.
Erst danach ruht der Bogen vollständig auf seinem eigenen Gewicht und auf den ausgehärteten Fugen.
Anwendung
Lehrgerüste werden beim Mauern von Bögen über Fenstern, Türen, Toren und Gewölben verwendet. Auch bei Entlastungsbögen und bei gemauerten Brücken ist ein Lehrgerüst unentbehrlich. Die Form des Lehrgerüsts bestimmt genau die endgültige Bogenform, ob Rundbogen, Segmentbogen oder Spitzbogen. Ein sorgfältig gefertigtes und gut abgestütztes Lehrgerüst ist daher entscheidend für die Qualität und Stabilität des Bogens.
Verwandte Begriffe
- Bogen
- Schalung
- Schlussstein
- Rollschicht
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