Was ist ein Legakker?

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Ein Legakker ist ein langer schmaler Landstreifen, der beim niederländischen Niedermoor-Torfstich zwischen den ausgebaggerten Wasserzügen stehen blieb. Auf diesem Streifen wurde der nasse Torf zum Trocknen ausgelegt — daher der Name — worauf die getrocknete Masse in Soden gestochen und per Kahn in die Stadt gefahren wurde.

Es handelt sich also nicht um eine natürliche Form, sondern um eine Arbeitsfläche: die Landschaft der Vechtseen, der Nieuwkoopse Plassen, der Loosdrechtse Plassen und Teile von Nordwest-Overijssel ist vollständig davon geprägt.

Legakker und Petgat

Beide gehören untrennbar zusammen:

  • Petgat (auch Trekgat) — der langgestreckte Wasserstreifen, aus dem der Torf ausgebaggert wurde, auch unterhalb des Wasserspiegels. Ab dem 16. Jahrhundert geschah das mit dem Baggerbeugel, einem Netz an langer Stange.
  • Legakker — der dazwischen stehengebliebene Streifen zum Trocknen des geförderten Torfs.

Der Torfstich folgte festen Maßen: schmale Streifen brachten mehr Ertrag je Hektar, breite waren standfester. Wo zu schmal gearbeitet wurde, schlugen die Streifen weg und es entstanden die großen Seen von heute — die Loosdrechtse Plassen sind das bekannteste Beispiel.

Warum Legakkers verschwinden

Ein Legakker besteht aus lockerem, weichem Torf ohne festen Kern und wird von zwei Seiten angegriffen:

  • Wellenschlag durch Wind und Freizeitschifffahrt trägt die Ufer ab.
  • Oxidation und Sackung des über Wasser liegenden Torfs, wodurch der Streifen absinkt.
  • Wurzelschäden und Beweidung durch umstürzende Bäume und durch Gänse.

Ohne Pflege verschwindet ein Legakker binnen weniger Jahrzehnte. Wiederherstellungsprojekte arbeiten deshalb mit Uferbefestigung, Röhrichtsäumen, Sinkstücken oder Verfüllung mit anfallendem Baggergut.

Was das für das Bauen bedeutet

Auf vielen Legakkers stehen Freizeithäuser und Bootshäuser, erreichbar nur per Boot. Bauen auf einem solchen Streifen ist eine besondere Aufgabe:

  • Die Tragfähigkeit ist minimal. Torf ist zusammendrückbar und trägt kaum. Rechnen Sie mit einer Pfahlgründung bis in die Sandschicht oder mit einem bewusst leichten Gründungsprinzip; eine Flachgründung führt zu ungleichmäßigen Setzungen.
  • Alles muss übers Wasser. Material, Gerät und Abfuhr gehen per Boot oder Ponton. Das bestimmt die Bauweise: leicht, vorgefertigt und in handhabbaren Teilen.
  • Uferschutz gehört zur Bauaufgabe. Ohne Befestigung sackt der Boden unter dem Bauwerk buchstäblich weg.
  • Strenge Planungsvorgaben. Legakkers liegen fast immer in geschütztem Naturgebiet (häufig Natura 2000) und tragen eine Erholungs- oder Naturzweckbestimmung. Bauen, Umbauen und selbst das Befestigen des Ufers ist genehmigungspflichtig; vorab bei Gemeinde und Wasserverband erkundigen.
  • Keine Anschlüsse. Wasser, Strom und Kanalisation fehlen meist; eigene Versorgung und eine zugelassene Abwasserlösung einplanen.

Verwandte Begriffe

  • Torf
  • Polder
  • Uferbefestigung
  • Pfahlgründung
  • Sackung
  • Kulturlandschaft
  • Landschaftselemente

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