Was ist ein Lavabo?

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Ein Lavabo ist ein Wasserbecken zum Waschen der Hände. Das Wort geht auf das lateinische lavabo, „ich werde waschen”, zurück — nach dem Psalmvers, den der Priester spricht, während er sich in der Messe die Hände wäscht. Im Kirchenbau ist das Lavabo deshalb das Becken beim Altar; in der Schweiz und im Französischen ist es schlicht das Wort für ein Waschbecken.

Der Begriff hat also zwei Bedeutungen, die man auseinanderhalten sollte: eine bauhistorische und eine alltägliche.

Das Lavabo in der Kirche

In mittelalterlichen und späteren Kirchen ist das Lavabo meist eine Nische in der Chorwand, auf der Epistelseite beim Altar, mit einem steinernen Becken und häufig einem Abflussloch. Die Nische kann reich ausgebildet sein mit Bogen, Säulchen und Maßwerk und ist dadurch für die Bauforschung ein datierbares Element.

Verwandte Einrichtungen, die oft in derselben Nische oder daneben liegen:

  • Piscina — das Becken mit Abfluss, in dem Kelch und Finger nach der Kommunion gespült werden; das Spülwasser läuft über einen eigenen Abfluss unmittelbar ins Erdreich und nicht in die Kanalisation.
  • Kredenztisch — der Beistelltisch, auf dem die Kännchen mit Wasser und Wein und das Tüchlein bereitstehen.
  • Aquamanile — ein Gießgefäß, oft in Tierform, aus dem das Wasser über die Hände gegossen wurde.

Auch in Klöstern findet sich das Lavabo: ein Waschbecken oder Brunnenhaus im Kreuzgang vor dem Eingang zum Refektorium, wo sich die Mönche vor der Mahlzeit die Hände wuschen.

Das Lavabo im Wohnhaus

In der Schweiz und im französischsprachigen Raum ist Lavabo das übliche Wort für ein Waschbecken: das Becken in Bad oder WC mit Armatur und Ablauf, an der Wand hängend oder in einen Möbelkorpus eingebaut. In Deutschland ist dieser Gebrauch kaum verbreitet.

Achten Sie bei Sanitärangeboten aus der Schweiz oder Frankreich also auf die Bedeutung: dort ist mit „Lavabo” fast immer ein gewöhnliches Waschbecken gemeint.

Praktisches zur Montage

  • Höhe: ein Waschbecken wird üblicherweise etwa 80 bis 90 cm über dem Fertigfußboden montiert, je nach Körpergröße der Nutzer. Die Höhe festlegen, bevor die Fliesen an die Wand kommen.
  • Ausreichende Tragfähigkeit. Ein gefülltes Steinbecken ist schwer; an einer tragenden Wand oder an einem eingebauten Montagegestell befestigen, nicht an einfacher Gipskartonbeplankung.
  • An den Ablauf denken. Siphon einplanen und ausreichendes Gefälle zur Fallleitung vorsehen.

Verwandte Begriffe

  • Piscina
  • Kreuzgang
  • Chor
  • Nische
  • Handwaschbecken
  • Sanitär

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