Der Kettenverband (niederländisch “kettingverband”) ist ein Sammelbegriff für Mauerwerksverbände, bei denen sich Köpfe und Läufer so abwechseln, dass die Köpfe in den aufeinanderfolgenden Schichten übereinander liegen und zusammen eine “Kette” bilden. Die Köpfe (die kurzen Seiten des Ziegels) fallen dadurch stets auf dieselbe senkrechte Linie, mit einem oder mehreren Läufern dazwischen.
Funktion
In einem Kettenverband wechselt je Schicht die Lage von Kopf und Läufer, jedoch so, dass die Köpfe senkrecht durchlaufen:
- Nordischer Verband — ein Kopf gefolgt von zwei Läufern je Schicht
- Englischer Verband — ein Kopf gefolgt von drei Läufern je Schicht
Da die Köpfe übereinanderstehen und die Stoßfugen versetzt sind, entsteht ein Verband, der zugleich tragfähig und dekorativ ist.
Anwendung
- Sichtmauerwerk — wo das regelmäßige, rhythmische Muster gewünscht ist
- Tragende Wände — der gute Verband (durch die Wanddicke greifende Köpfe) eignet sich für belastete Wände
- Restaurierung — um an historisches Mauerwerk anzuschließen
Zu beachten
- Auf eine gerade Ausrichtung der Köpfe achten; eine schiefe Kette fällt sofort auf
- Köpfe und Läufer bewusst mischen; bei fehlerhaftem Verband laufen Stoßfugen durch und schwächen die Festigkeit
- Die Maße vorher berechnen, damit der Verband an Ecken und Öffnungen aufgeht
Verwandte Begriffe
- Mauerwerksverband
- Kreuzverband
- Halbsteinmauer
- Dreiviertelstein
- Rollschicht
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