Was ist ein Hinterhaus?
Ein Hinterhaus ist der hintere Gebäudeteil eines Wohnhauses oder Bauernhofs, der sich an der Rückseite (Hof- oder Gartenseite) des Gebäudes befindet. Bei Stadthäusern — etwa den typischen Amsterdamer Grachtenhäusern oder Berliner Mietshäusern — ist das Hinterhaus der Bauteil an der Hofseite, oft über einen Flur oder ein Zwischenglied erreichbar.
Anwendung
Das Hinterhaus kommt in verschiedenen Bautypen vor:
Grachtenhäuser und Stadthäuser
Bei den typischen Amsterdamer Grachtenhäusern besteht das Gebäude aus:
- Vorderhaus — der Teil an der Straßen- oder Grachtenseite mit den repräsentativen Räumen
- Zwischenglied — ein schmalerer Verbindungsbau, manchmal mit Lichtschacht oder Innenhof
- Hinterhaus — der Teil an der Gartenseite, oft gleich breit wie das Vorderhaus
Das Hinterhaus wurde im 17. und 18. Jahrhundert oft nachträglich an bestehende Vorderhäuser angebaut. Es enthielt in der Regel die Küche, Nebenküche und Schlafräume.
Bauernhöfe
Bei traditionellen Bauernhöfen bezeichnet das Hinterhaus:
- Den Teil mit der Tenne (Dreschfläche) und den Ställen
- Bei Kopf-Hals-Rumpf-Höfen ist das Hinterhaus (der Rumpf) die Scheune
Historischer Kontext
Das Hinterhaus des Grachtenhauses Prinsengracht 263 in Amsterdam wurde als Versteck von Anne Frank und ihrer Familie während des Zweiten Weltkriegs weltberühmt.
Verwandte Begriffe
- Vorderhaus
- Bauernhof
- Geschoss
- Souterrain
- Fassade
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