Ein Hebebalken ist der waagerechte Balken, der oben im Giebel auskragt und an dem eine Rolle oder ein Haken hängt, um Waren nach oben zu hieven. Er ist typisch für niederländische Grachtenhäuser und Lagerhäuser, deren schmale und steile Treppen für schweren Transport ungeeignet waren.
Warum ein Hebebalken?
Die Fassaden alter Stadthäuser stehen oft leicht nach vorn geneigt (auf Flucht). So berühren die gehievten Waren die Fassade nicht und gleiten an der Mauer entlang nach oben zur richtigen Hebeluke. Der Hebebalken ermöglichte es, Möbel, Handelsware und Getreide auf Dachböden zu heben.
Bestandteile
- Balken — ragt durch oder über die Fassade nach außen
- Hebehaken oder Rolle — an dem Seil oder Kette laufen
- Winde oder Laufrad — für die Zugkraft bei schwereren Lasten
- Hebeluke — die Lukenöffnung in der Fassade
Anwendung
- Grachtenhäuser — bis heute in Gebrauch für das Hineinheben großer Möbel
- Lagerhäuser — für die Lagerung von Handelsware in den Geschossen
- Umnutzung — beim Umbau bleibt der Hebebalken oft als Zierelement erhalten
Bei Umzügen in der Innenstadt wird der Hebebalken noch heute genutzt, oft mit einem Möbelaufzug kombiniert.
Verwandte Begriffe
- Hebeluke
- Laufrad
- Auf Flucht
- Lagerhaus
- Giebel
- Umnutzung
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