Ein Erdungsnetz ist das vollständige System aus Leitern, das die elektrische Anlage eines Gebäudes mit dem Erdreich verbindet. Es sorgt dafür, dass bei einem Isolationsfehler der Fehlerstrom sicher zur Erde abgeleitet wird und der Fehlerstromschutzschalter auslösen kann. Damit schützt das Erdungsnetz Personen vor Stromschlägen und reduziert die Brandgefahr.
Anwendung
Das Erdungsnetz beginnt an der Haupterdungsklemme im Verteilerkasten und verläuft über Schutzleiter zu allen Anschlusspunkten im Gebäude. Jede Steckdose, jeder Schalter und jedes fest angeschlossene Gerät ist über den grüngelben Schutzleiter mit dem Erdungsnetz verbunden. Metallische Rohrleitungen, Heizkörper und andere leitfähige Bauteile werden über einen Potentialausgleich ebenfalls an das Erdungsnetz angeschlossen.
In Deutschland kommen verschiedene Erdungssysteme zum Einsatz. Beim TN-System stellt der Netzbetreiber die Erdung über den PEN-Leiter bereit. Beim TT-System muss der Gebäudeeigentümer selbst einen Erder installieren, typischerweise als Fundamenterder oder Tiefenerder (Erdspieß). Die DIN VDE 0100-540 legt die Anforderungen an die Ausführung des Erdungssystems fest.
Der Erdungswiderstand ist ein entscheidender Qualitätsparameter. Ein zu hoher Widerstand verhindert, dass der Fehlerstrom schnell genug abfließt, sodass der Fehlerstromschutzschalter nicht oder zu spät auslöst. Die DIN 18014 definiert die Anforderungen an den Fundamenterder, der bei Neubauten als geschlossener Ring in oder unter dem Fundament verlegt wird.
Bei bestehenden Gebäuden kann das Erdungsnetz durch zusätzliche Tiefenerder oder Banderder verbessert werden. Regelmäßige Messungen des Erdungswiderstands stellen sicher, dass das System dauerhaft zuverlässig funktioniert.
Verwandte Begriffe
- Erdung
- Fehlerstromschutzschalter
- Sicherungskasten
- Fundament
- Potentialausgleich
- Isolierung
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