Ein Erdgeschossboden (auch Bodenplatte oder Plattengründung) ist eine Bodenkonstruktion, die direkt auf dem Erdreich aufliegt, ohne Kriechkeller oder aufgeständerten Unterbau. Die Bodenplatte ruht unmittelbar auf einer verdichteten Tragschicht und bildet sowohl die Gründung als auch den Fußboden des Erdgeschosses. Diese Bauweise ist im Wohn- und Gewerbebau weit verbreitet.
Anwendung
Beim Bau eines Erdgeschossbodens wird zunächst der Baugrund sorgfältig verdichtet und mit einer Schotterschicht oder Kiestragschicht versehen. Darauf folgt eine Abdichtungsschicht gegen aufsteigende Feuchtigkeit, anschließend die Wärmedämmung und schließlich die Betonplatte selbst. Die Betonplatte kann bewehrt oder unbewehrt ausgeführt werden, je nach Belastung und Gebäudetyp.
Der wesentliche Vorteil einer Bodenplatte gegenüber einem Keller oder Kriechkeller liegt in der einfacheren und kostengünstigeren Ausführung. Es entfallen Kellerwände, Fundamentstreifen und eine aufwendige Abdichtung gegen drückendes Wasser. Außerdem eignet sich die Bodenplatte hervorragend für Fußbodenheizungen, da der Beton als Wärmespeichermasse dient.
Die Feuchtigkeitsabdichtung ist bei einem Erdgeschossboden besonders wichtig. Ohne eine fachgerechte Sperrschicht kann Bodenfeuchtigkeit durch Kapillarwirkung in den Beton eindringen und zu Schimmelbildung, Beschädigungen am Bodenbelag oder Bauschäden führen. Eine PE-Folie oder Bitumenbahn als Feuchtigkeitssperre ist daher unverzichtbar.
Die Wärmedämmung wird in der Regel unter der Betonplatte verlegt. Gängige Dämmstoffe sind XPS (extrudiertes Polystyrol), EPS (expandiertes Polystyrol) und PUR/PIR-Platten. Die Dämmstärke richtet sich nach den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) und liegt typischerweise zwischen 10 und 20 cm.
Verwandte Begriffe
- Fundament
- Beton
- Isolierung
- Bewehrung
- Drainage
- Abdichtung
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