Ein Holzdübel ist ein kurzer, runder Stift aus Holz oder Kunststoff, der als Verbindungsmittel zwischen zwei Werkstücken dient. Auf beiden Seiten wird ein Loch gebohrt, der Dübel wird mit Leim in das eine Loch gesteckt und das andere Werkstück daraufgedrückt. Dübel sind eine einfache, unsichtbare Verbindungsmethode.
Wie funktioniert es?
1. Bohren Sie in Werkstück A ein Loch passend zum Dübeldurchmesser
2. Bohren Sie in Werkstück B ein Loch an exakt der gleichen Position
3. Stecken Sie den Dübel (mit Leim) in Werkstück A
4. Drücken Sie Werkstück B auf den Dübel
5. Spannen Sie ein, bis der Leim ausgehärtet ist
Der Dübel sorgt für:
- Ausrichtung — Die Werkstücke können nicht verrutschen
- Festigkeit — Der Dübel vergrößert die Leimfläche und nimmt Scherkräfte auf
- Unsichtbarkeit — Von außen ist nichts sichtbar
Abmessungen
| Dübeldurchmesser | Geeignet für Holzstärke |
|---|---|
| 6 mm | Bis 15 mm (dünne Bretter, Leisten) |
| 8 mm | 15-25 mm (Möbelplatten, Bretter) |
| 10 mm | 25-40 mm (Massivholz, stärkere Verbindungen) |
| 12 mm | 40+ mm (konstruktive Holzarbeiten) |
Faustregel: Der Dübeldurchmesser beträgt ca. 1/3 der Holzstärke.
Standarddübellänge: 30-40 mm (die Hälfte steckt in jedem Werkstück).
Dübelarten
Holzdübel (geriffelt)
- Standarddübel mit Rillen für bessere Leimhaftung
- Aus Buchen- oder Birkenholz (hart, glatt)
- Günstig und überall erhältlich
Kunststoffdübel
- Werden nicht verleimt, sondern eingerastet
- Verwendet bei Flatpack-Möbeln (IKEA-Stil)
- Weniger stabil als verleimte Holzdübel
Domino-Dübel (Festool)
- Flache, ovale Dübel
- Erfordern eine Festool Domino-Fräsmaschine
- Sehr stabil und schnell zu montieren
Dübel setzen — Tipps
Genauigkeit ist alles
Das größte Problem bei Dübeln: Die Löcher müssen exakt gegenüberliegen. Hilfsmittel:
- Dübelspitzen — Kleine Metallstifte, die man in das eine Loch steckt, das andere Werkstück daraufdrückt und so die Lochposition markiert
- Dübelschablone — Eine Bohrschablone, die auf das Werkstück gespannt wird
- Fräsmaschine — Festool Domino oder vergleichbar
Grundregeln
- Bohren Sie das Loch 1-2 mm tiefer als die halbe Dübellänge (Platz für Leim)
- Verwenden Sie einen Tiefenanschlag an der Bohrmaschine
- Bohren Sie immer senkrecht zur Oberfläche
- Tragen Sie Leim im Loch auf, nicht auf dem Dübel (verhindert, dass Leim aus dem Loch gedrückt wird)
Verwandte Begriffe
- Zapfenverbindung
- Überblattung
- Nut und Feder