Ein Bohrbericht ist ein technisches Dokument, das die Ergebnisse einer Baugrundbohrung systematisch protokolliert und die angetroffenen Bodenschichten, deren Eigenschaften und die Grundwasserverhältnisse beschreibt. Er bildet die Grundlage für die geotechnische Planung eines Bauprojekts.
Anwendung
Der Bohrbericht wird in verschiedenen Phasen des Bauens eingesetzt:
- Baugrunderkundung: Vor Baubeginn werden Bohrungen durchgeführt, um den Untergrund zu untersuchen. Der Bohrbericht dokumentiert die Ergebnisse nach DIN EN ISO 22475 (Geotechnische Erkundung und Untersuchung).
- Schichtenverzeichnis: Der Kern des Bohrberichts ist das Schichtenverzeichnis, das jede Bodenschicht mit Tiefe, Mächtigkeit, Bodenart, Farbe, Konsistenz und Feuchtigkeit beschreibt.
- Grundwasserstand: Der Bohrbericht vermerkt den gemessenen Grundwasserspiegel sowie eventuelle Schichtenwasser- oder Druckwasservorkommen.
- Laborergebnisse: Häufig werden dem Bohrbericht Ergebnisse von Laboruntersuchungen beigefügt, etwa Korngrößenverteilungen, Wassergehalte oder Scherversuche.
- Gründungsplanung: Auf Basis des Bohrberichts entscheidet der Geotechniker über die geeignete Gründungsart (Flachgründung, Pfahlgründung) und berechnet die zulässige Bodenpressung.
- Altlastenerkundung: Bei Verdacht auf Bodenverunreinigungen dokumentiert der Bohrbericht auch auffällige Gerüche, Verfärbungen oder kontaminierte Schichten.
Ein Bohrbericht wird in der Regel von einem geotechnischen Ingenieurbüro erstellt und ist Bestandteil des Baugrundgutachtens. Er enthält neben dem Schichtenverzeichnis auch Angaben zum Bohrverfahren (Rammkernbohrung, Drehbohrung), zum Bohrdurchmesser und zur Bohrlochverfüllung nach Abschluss der Untersuchung.
Verwandte Begriffe
- Baugrundgutachten
- Schichtenverzeichnis
- Rammsondierung
- Grundwasserspiegel
- Geotechnischer Bericht
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