Was ist ein böhmisches Dach?
Ein böhmisches Dach ist eine besondere Variante des Mansarddachs. Es zeichnet sich durch einen geknickten oder geschwungenen Dachflächenverlauf aus: Der untere Teil des Dachs ist steil, der obere Teil hingegen flach. Im Gegensatz zum klassischen Mansarddach, bei dem der Übergang zwischen steilem und flachem Teil abrupt ist, verläuft dieser Übergang beim böhmischen Dach fließend oder abgeschrägt.
Der Name verweist auf die historische Region Böhmen, in der diese Dachform weit verbreitet war. Das böhmische Dach bietet mehr nutzbaren Dachraum als ein einfaches Satteldach oder Pultdach, da durch den geknickten Verlauf mehr Stehhöhe unter dem Dach entsteht. Die Konstruktion erfordert sorgfältige Zimmermannsarbeit, da die Sparren (Dachbalken) im richtigen Winkel gesägt und positioniert werden müssen.
In Deutschland findet man böhmische Dächer häufig bei historischen Bürgerhäusern, Stadthäusern und Renovierungsprojekten. Die Eindeckung erfolgt meist mit Schiefer, Dachziegeln oder Zinkblechen.
Anwendung
Das böhmische Dach wird eingesetzt, wenn zusätzlicher Dachraum bei gleichzeitiger traditioneller Optik gewünscht wird. Durch den geknickten Dachflächenverlauf ist mehr Stehraum unter dem Dach vorhanden als bei einem normalen Sattel- oder Pultdach. Daher ist diese Dachform bei Umbauten beliebt, bei denen die bestehende Fassade erhalten bleiben soll.
Bei Neubauten wird das böhmische Dach wegen seines ästhetischen Werts und der architektonischen Vielfalt gewählt, die es dem Stadtbild verleiht. Die Dachdecker verwenden dabei Materialien, die den gebogenen Verlauf gut abdecken können, wie Biberschwanzziegel oder Schiefer.
Verwandte Begriffe
- Mansarddach
- Satteldach
- Sparren
- Dachgaube
- Firstbalken
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