Was ist ein Aufzug?

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Ein Aufzug ist eine Anlage, die Personen oder Güter in einer geführten Kabine oder auf einer geführten Plattform senkrecht befördert. Im Gebäude besteht ein Aufzug aus vier Teilen: der Kabine, dem Schacht mit den Führungsschienen, dem Antrieb und der Steuerung.

Der Aufzug hat das Hochhaus und das mehrgeschossige Bürogebäude erst möglich gemacht. Im Wohnungsbau ist er heute vor allem ein Mittel, um ein Haus dauerhaft nutzbar zu halten.

Antriebsarten

  • Seilaufzug (Treibscheibenaufzug). Die Kabine hängt an Stahlseilen oder Riemen über einer Treibscheibe, mit einem Gegengewicht auf der anderen Seite. Weil das Gegengewicht den größten Teil des Gewichts ausgleicht, ist der Energiebedarf niedrig. Der Standard für Gebäude mit mehreren Geschossen.
  • Hydraulikaufzug. Die Kabine wird von unten durch einen Kolben mit Hydrauliköl angehoben. Ruhig und kompakt, aber weniger sparsam und in der Förderhöhe begrenzt. Häufig bei Lastenaufzügen und niedrigen Gebäuden.
  • Spindelantrieb. Vor allem bei Homelifts und Plattformliften: Eine Mutter läuft auf einer senkrechten Gewindespindel. Es wird kein Maschinenraum benötigt und es kommt kein Öl zum Einsatz.
  • Vakuumaufzug. Ein luftdichter Zylinder, in dem ein Druckunterschied die Kabine bewegt. Bemerkenswert kompakt und ohne Schachtgrube, allerdings mit begrenzter Tragfähigkeit.

Der benötigte Platz

Für einen Aufzug im Bestandshaus sind drei Maße entscheidend:

  • Das Schachtmaß — die Grundfläche, die in jedem Geschoss dauerhaft verloren geht.
  • Die Schachtgrube — der vertiefte Bereich unter der untersten Haltestelle. Bei klassischen Aufzügen schnell über einen Meter; Homelifts gibt es mit einer Grube von wenigen Zentimetern, sodass eine kleine Auffahrrampe genügt.
  • Der Schachtkopf — die lichte Höhe über der obersten Haltestelle.

Ein Aufzug im Bestand bedeutet fast immer eine Öffnung durch eine oder mehrere Geschossdecken. Das ist ein statischer Eingriff: Die Deckenbalken oder Hohldielen werden unterbrochen und die Lasten müssen über eine Wechselkonstruktion umgeleitet werden. Das gehört von einem Tragwerksplaner berechnet — es ist keine Heimwerkerarbeit.

Vorschriften und Prüfung

Aufzüge unterliegen der europäischen Aufzugsrichtlinie und, im Betrieb, der Betriebssicherheitsverordnung. Neue Anlagen werden vor der Inbetriebnahme geprüft und danach in wiederkehrenden Abständen von einer zugelassenen Überwachungsstelle überprüft. Für Prüfung und Wartung ist der Betreiber verantwortlich, auch bei einem Aufzug im privaten Wohnhaus. Bei der Anschaffung immer nach Wartungsvertrag und Prüfkosten fragen — die laufen über Jahre weiter.

Für die Barrierefreiheit gelten zusätzliche Maßanforderungen an Kabine und Bedientableau bei öffentlich zugänglichen Gebäuden.

Kosten

Die Preise gehen je nach Bauart weit auseinander. Ein einfacher Plattform- oder Spindellift über ein Geschoss im Wohnhaus liegt in der Regel in der Größenordnung von 15.000 bis 35.000 Euro einschließlich Montage, aber ohne Bauarbeiten. Ein vollwertiger Kabinenaufzug mit Schacht über mehrere Geschosse kostet ein Vielfaches davon. Die Bauarbeiten — Deckendurchbruch, Auswechslung, Ausbau, Elektro — separat einrechnen; im Bestand sind sie oft ein erheblicher Teil der Gesamtsumme.

Ist der Aufzug pflegebedingt erforderlich, können Zuschüsse der Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen infrage kommen. Das vor der Auftragsvergabe klären.

Verwandte Begriffe

  • Aufzugsschacht
  • Treppenlift
  • Schrägaufzug
  • Auswechslung
  • Barrierefreies Wohnen
  • Fluchtweg
  • Treppenhaus

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