Was ist ein Architrav?
Ein Architrav ist der unterste und tragende Teil des Gebälks — des horizontalen Oberbaus, der auf Säulen aufliegt, in der klassischen Baukunst. Das Gebälk besteht aus drei Schichten von unten nach oben: dem Architrav, dem Fries und dem Gesims. Der Architrav liegt direkt auf den Kapitellen (den Krönungen) der Säulen oder Pilaster auf und verteilt die Last der darüber liegenden Konstruktion.
Der Begriff stammt aus dem Griechischen und Lateinischen: „archi” (haupt, erster) und „trabes” (Balken) — der Architrav ist buchstäblich der „Hauptbalken”. In der griechischen Tempelarchitektur war der Architrav ein massiver Steinbalken, der die Spannweite zwischen zwei Säulen überbrückte. In der römischen Baukunst wurde dieses Prinzip übernommen und in den fünf klassischen Säulenordnungen verfeinert: Dorisch, Ionisch, Korinthisch, Toskanisch und Komposit.
Bei jeder Säulenordnung hat der Architrav eine andere Detaillierung. Im dorischen System ist er schlicht und flach. Im ionischen System ist er in zwei oder drei horizontale Bänder (Fasciae) unterteilt. Im korinthischen System ist er reich detailliert.
Anwendung
Der Architrav ist ein grundlegender Begriff bei:
- Restaurierung und Denkmalpflege: bei der Instandsetzung klassischer Fassaden, Portale und Innendekorationen
- Klassischer Innenarchitektur: Täfelungen, Vertäfelungen und Türumrahmungen basieren manchmal auf dem Prinzip des Architravs
- Türumrahmungen: Im alltäglichen Gebrauch wird „Architrav” auch für die dekorative Umrahmung von Türen und Fenstern verwendet — die sogenannte Türumrahmung oder Blende
- Möbeldesign: Im klassischen Stil werden Architrav-Motive in Schränke, Betten und Tische eingearbeitet
Für Heimwerker ist der Begriff Architrav am relevantesten als Türumrahmung: die Holz- oder Gipsleiste, die den Übergang zwischen dem Rahmen und der Wand abdeckt.
Verwandte Begriffe
- Gebälk
- Fries
- Gesims
- Säule
- Pilaster
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