Ein Dübel im Natursteinbau ist ein kurzer Stift aus Metall oder Holz, der Natursteinblöcke unsichtbar miteinander oder mit einem Untergrund verbindet. Er verhindert, dass schwere Bauteile wie Platten, Kapitelle oder Pfeiler verrutschen oder kippen. Diese Verwendung ist älter und enger gefasst als der heutige Begriff “Dübel” im Trockenbau.
Funktionsweise
Ein Dübel wird in ein gebohrtes oder gemeißeltes Loch (Dübelloch) gesteckt und dort mit Blei, Mörtel oder einem Verbundmörtel fixiert. Der Stift sitzt zur Hälfte im einen Stein und zur Hälfte im anderen oder im Untergrund:
- Bohren oder meißeln — beide Steine erhalten ein Loch
- Setzen — der Dübel wird zentral eingebracht
- Verguss — der Hohlraum wird mit Blei oder Mörtel ausgefüllt
- Verbinden — der zweite Stein wird über den herausstehenden Dübel gesetzt
Ein Dübel wirkt also auf Abscherung, nicht auf Zug — anders als ein Anker.
Materialien
Im Lauf der Jahrhunderte verwendete man verschiedene Materialien:
- Holz — Eiche in frühem und mittelalterlichem Steinbau
- Schmiedeeisen — bis etwa 1900 üblich, korrosionsanfällig
- In Blei eingegossenes Eisen — als Korrosionsschutz
- Edelstahl — heutiger Standard, vermeidet Sprengrisse durch Rost
Anwendung
Dübel im Natursteinbau finden sich:
- In Säulen, Stürzen und Fensterumrahmungen
- An Abdeckplatten — Sockel, Decksteine oder Gesimse
- An Statuen und Denkmälern — Verankerung des Standbildes auf seinem Sockel
- In der Restaurierung — Ersatz alter, gerosteter Eisendübel durch Edelstahl
Punkte zu beachten
- Korrosionsschutz — rostendes Eisen dehnt sich aus und sprengt den Stein
- Durchmesser und Länge — angepasst an Belastung und Steinmaß
- Zentrierung — nicht zu dicht am Rand, um Ausbruch zu vermeiden
Verwandte Begriffe
- Dübelloch
- Anker
- Naturstein
- Restaurierung
- Edelstahl
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.