Ein Mausoleum ist ein eigenständiges, meist monumentales Grabgebäude, in dem eine oder mehrere Verstorbene oberirdisch beigesetzt werden. Es unterscheidet sich vom gewöhnlichen Grab dadurch, dass es ein begehbares oder zumindest als Bauwerk gestaltetes Gebäude ist — mit Wänden, Dach und häufig eigenem Eingang.
Herkunft des Namens
Der Begriff geht auf das Grabmal des Mausolos zurück, des Satrapen von Karien, in Halikarnassos — dem heutigen Bodrum in der Türkei. Dieses um die Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. vollendete Grabmal war so gewaltig, dass es zu den sieben Weltwundern der Antike gezählt wurde. Der Herrschername wurde damit zur Gattungsbezeichnung.
Bekannte spätere Beispiele sind das Mausoleum des Hadrian in Rom (heute Engelsburg) und der Taj Mahal in Agra, errichtet als Grabmal für Mumtaz Mahal.
Form und bauliche Merkmale
Mausoleen sind häufig Zentralbauten: symmetrisch um einen Mittelpunkt angelegt, mit quadratischem, rundem oder achteckigem Grundriss und oft einer Kuppel. Die Form entspricht der Aufgabe — es braucht keine liturgische Längsrichtung, sondern eine würdige Mitte.
- Konstruktion. Schwere, massive Wände aus Naturstein oder Ziegel; das Gebäude soll Jahrhunderte überdauern
- Lüftung. In Grabkammern ist eine kontrollierte Lüftung nötig, um Feuchteschäden zu vermeiden
- Feuchte. Bei der Restaurierung ist aufsteigende Feuchte das größte Problem: viele Mausoleen stehen ohne Horizontalsperre unmittelbar auf dem Boden
- Verwandte Bautypen. Eine Grabkapelle ist eine Kapelle mit Grabfunktion, ein Kolumbarium nimmt Urnen auf, und eine Krypta liegt unter einer Kirche statt frei zu stehen
Verwandte Begriffe
- Grabkapelle
- Krypta
- Kolumbarium
- Zentralbau
- Kuppel
- Denkmal
- Mastaba
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