Was ist ein Druckpfahl?
Ein Druckpfahl ist ein Gründungspfahl, der auf Druck belastet wird und die vertikale Last des Gebäudes in eine tiefere, tragfähige Bodenschicht überträgt. Druckpfähle sind das Gegenstück zu Zugpfählen und die häufigste Form der Pfahlgründung.
Wie funktioniert ein Druckpfahl?
Ein Druckpfahl trägt die Last über zwei Mechanismen:
- Spitzendruck — die Pfahlspitze ruht auf einer festen Schicht (meist Sand oder Fels)
- Mantelreibung — Reibung zwischen Pfahl und umgebendem Boden
Bei weichen Bodenverhältnissen (Ton, Torf) sind Pfähle nötig, um die tragfähige Schicht zu erreichen — meist in 8 bis 20 Metern Tiefe.
Anwendung
Materialien
- Beton — Fertigteilpfahl oder Ortbeton
- Holz — historisch viel verwendet, anfällig für Pfahlfäule bei Trockenlegung
- Stahl — Rohrprofil oder Profilstahl, besonders bei schweren Industrielasten
- Kombination — z. B. Stahlkopf mit Betonschaft
Arten von Druckpfählen
- Stahlbeton-Fertigteilpfahl — am häufigsten im Wohnungsbau
- Ortbetonpfahl — gebohrt oder mit Injektion gegossen
- Schraubpfahl — wird in den Boden geschraubt; erschütterungsarm
- Vibropfahl — durch Einrütteln einer Hülse und Auffüllen mit Beton
Bemessung
Die Tragfähigkeit wird auf Basis einer Drucksondierung (CPT) ermittelt. Aus dem Spitzenwiderstand wird die zulässige Belastung berechnet.
Druckpfahl vs. Zugpfahl
Ein Druckpfahl muss Druckkräften des darauf lastenden Gebäudes standhalten. Ein Zugpfahl wird auf Zug belastet, beispielsweise durch aufwärts wirkenden Wasserdruck unter einem Keller oder bei einer leichten Halle.
Verwandte Begriffe
- Rammpfahl
- Zugpfahl
- Drucksondierung
- Pfahlgründung
- Tragfähigkeit
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