Drahtglas ist Glas, in das während der Herstellung ein feinmaschiges Metalldrahtnetz eingelassen wurde. Das Drahtnetz hält bei Glasbruch die Scherben zusammen, weshalb Drahtglas früher als feuerhemmendes und einbruchhemmendes Glas in unter anderem Lagern, Kellern, Dächern und Industriegebäuden eingesetzt wurde.
Wie funktioniert Drahtglas?
Während des Herstellungsprozesses wird ein Metalldrahtnetz zwischen zwei flüssige Glasschichten gewalzt. Beim Abkühlen entsteht eine einzige Glasscheibe mit der Drahteinlage. Wenn das Glas bricht, bleiben die Scherben am Drahtnetz hängen, was die Bruchgefahr verringert.
Arten von Drahtglas:
- Glattes Drahtglas — ebene Oberfläche, klar durchsichtig
- Ornamentiertes Drahtglas — mit Reliefmuster, wie Milchglas oder Strukturglas
- Sicherheits-Drahtglas — mit feinerem Drahtgitter
Anwendung
Drahtglas wurde eingesetzt bei:
- Brandschutzabschnitten — für Trennwände und Türen in Fluchtwegen
- Lichtkuppeln und Lichtbändern — als Sicherheitsglas
- Industriegebäuden — Lager und Fabrikhallen
- Kellerfenstern — als einbruchhemmendes Element
- Schulgebäuden — vor allem im 20. Jahrhundert
Heute kein Sicherheitsglas mehr
Drahtglas wird heute kaum noch verwendet, weil:
- Kein Sicherheitsglas — es wird seit einigen Jahrzehnten nicht mehr als Sicherheitsglas klassifiziert. Die Stahldrähte können scharfe Scherben gerade an ihrer Position festhalten, was die Verletzungsgefahr erhöht
- Begrenzter Brandschutz — moderne Brandschutzgläser sind weit wirksamer
- Ästhetik — die Drahteinlage ist sichtbar
- Ersetzt durch modernes Brandschutzglas und Verbundsicherheitsglas — etwa pyrolytisches Glas, Verbundglas mit PVB-Folie
Im Neubau wird Drahtglas praktisch nicht mehr eingesetzt. Bei Restaurierungen von Denkmalen kann es dagegen weiterhin verwendet werden, um das ursprüngliche Erscheinungsbild zu bewahren.
Verwandte Begriffe
- Glas
- Verglasung
- Feuerwiderstand
- Sicherheitsglas
- Strukturglas
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