Was ist die Reusenmethode (Treppen)?
Die Reusenmethode ist ein Verziehungsverfahren bei Wendel- und Spindeltreppen. Es ist ein geometrisches Konstruktionsverfahren, um die Breite der Stufen so aufzuteilen, dass die Treppe bequem und sicher begehbar bleibt, auch in der Kurve.
Wie funktioniert die Reusenmethode?
Bei einer geraden Treppe sind alle Stufen gleich breit. In einer Kurve drehen die Stufen jedoch mit, wodurch sie an der Spindelseite schmal und an der Außenseite breit werden. Ohne Korrektur würden die Stufen entlang der Lauflinie ungleich, was unsicher zu begehen ist. Die Reusenmethode löst dies:
- Entlang der Lauflinie (der gedachten Gehbahn auf der Treppe) wird der Auftritt so aufgeteilt, dass die Stufenbreite allmählich verläuft.
- Die Aufteilung wird geometrisch über eine reusenförmige Hilfsfigur konstruiert, daher der Name.
- Dadurch schließt die Kurve fließend an die geraden Teile der Treppe an.
Das Ergebnis ist eine Treppe, bei der jeder Schritt eine natürliche, gleichmäßige Schrittlänge hat.
Anwendung
Die Reusenmethode wird beim Entwerfen und Ausmitteln von Spindeltreppen, Wendeltreppen sowie viertel- und halbgewendelten Treppen verwendet. Die Stufen müssen den geltenden Bauvorschriften für Mindestauftritt und sichere Maße entsprechen. Durch Anwendung der Reusenmethode bleibt die Treppe auch in der Wendelung angenehm und sicher begehbar, ohne zu schmale oder zu breite Stufen.
Verwandte Begriffe
- Wendeltreppe
- Auftritt
- Steigung
- Lauflinie
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