Die Flammprobe ist eine einfache Praxismethode, um unbekannte Kunststoffe daran zu erkennen, wie ein kleines Stück brennt: an der Flammenfarbe, dem Geruch, der Rauchentwicklung, dem Tropfen und daran, ob das Material von selbst erlischt. Sie liefert einen guten Hinweis, ist aber nie zu 100 % eindeutig — kombiniere sie im Zweifel mit anderen Merkmalen wie der Dichte (schwimmt es auf Wasser?).
Merkmale je Kunststoff
- Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) — brennen leicht mit blauer Flamme und gelber Spitze, tropfen, riechen nach Kerzenwachs/Paraffin. PE und PP schwimmen auf Wasser
- Polystyrol (PS) — gelbe, stark rußende Flamme mit dickem schwarzem Rauch, süßlicher Gas-/Styrolgeruch
- PVC — brennt schwer und erlischt außerhalb der Flamme von selbst, Flamme mit grünem Saum, scharfer, stechender Geruch (Salzsäure). Achtung: die Dämpfe sind giftig
- Acryl (PMMA, Plexiglas) — brennt mit knisternder, heller Flamme und fruchtig-süßem Geruch
- Polyamid (PA, Nylon) — tropft und riecht nach verbranntem Haar oder Sellerie
Anwendung und Sicherheit
Die Flammprobe dient dazu, Restmaterial, alte Rohre oder Profile für Reparatur oder Recycling zu sortieren. Arbeite immer sicher:
- Nimm nur ein kleines Stück und arbeite in einem gut belüfteten Raum
- Vermeide das Einatmen von Rauch — besonders bei PVC (Salzsäure) und PS
- Halte ein Löschmittel bereit und arbeite über einer nicht brennbaren Unterlage
Nutze die Probe als ersten Hinweis; für eine sichere Identifizierung ist eine Laboruntersuchung nötig.
Verwandte Begriffe
- ABS
- Acryl
- EPDM
- PS
- PIR
Mehr über Baubegriffe erfahren? Besuche unsere Wissensdatenbank auf fredsbauanleitungen.de/rabatt.