Der Taupunkt ist die Temperatur, bei der Wasserdampf in der Luft gesättigt ist und zu kondensieren beginnt. Er ist ein zentraler Begriff der Bauphysik, denn Tauwasser entsteht genau dort, wo eine Oberfläche oder eine Schicht in der Konstruktion kälter ist als der Taupunkt der angrenzenden Luft.
Wie wird der Taupunkt bestimmt?
Der Taupunkt hängt von zwei Größen ab: Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte (rF). Beispiele:
| Lufttemperatur | rF | Taupunkt |
|---|---|---|
| 20 °C | 50 % | 9,3 °C |
| 20 °C | 70 % | 14,4 °C |
| 20 °C | 90 % | 18,3 °C |
| 23 °C | 60 % | 14,9 °C |
Je höher die Luftfeuchte, desto näher liegt der Taupunkt an der Lufttemperatur und desto schneller bildet sich Kondensat an einer kalten Oberfläche.
Anwendung in der Baupraxis
Der Taupunkt spielt eine Rolle bei:
- Wärmebrücken — Kondenswasser an Rahmen, Betonbalken und kalten Flächen
- Innerer Kondensation — in falsch aufgebauten gedämmten Wänden oder Dächern
- Schimmelbildung — in kalten Ecken hinter Möbeln und in ungeheizten Räumen
- Beschlagene Scheiben — alte Einfachverglasung
Faustregel: Alle Innenoberflächen (auch Detailanschlüsse) sollten unter Bemessungsbedingungen mindestens 12,6 °C betragen (DIN 4108-2). Dann bleiben sie sicher über dem Taupunkt normaler Innenraumluft.
Taupunkt senken
Der Taupunkt im Raum kann gesenkt werden durch:
- Lüften — feuchte Innenluft abführen, trockene Außenluft zuführen
- Heizen — wärmere Luft kann mehr Feuchte aufnehmen, ohne zu sättigen
- Feuchtequellen begrenzen — beim Kochen und Duschen absaugen, Wäsche außen trocknen
Verwandte Begriffe
- Kondensation
- Dampfdiffusion
- Dampfdruckaufteilung
- Wärmebrücke
- Relative Luftfeuchte
- Lüftung
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