Was ist der internationale Stil?
Der internationale Stil (International Style) ist eine moderne Bauweise, die in den 1920er und 1930er Jahren aufkam und sich weltweit verbreitete. Der Name setzte sich nach einer Ausstellung im Museum of Modern Art in New York 1932 durch. Kennzeichnend sind schlichte, funktionale Gebäude ohne überflüssige Zierde, bei denen die Form der Funktion folgt.
Merkmale
Der internationale Stil ist an mehreren wiederkehrenden Eigenschaften zu erkennen:
- Kein Ornament — glatte, ebene Fassaden ohne Dekoration; die Schönheit liegt in den Proportionen.
- Volumen statt Masse — das Gebäude wirkt wie eine leichte, dünne Haut um einen Raum, nicht wie ein schwerer massiver Block.
- Horizontale Linien und Glas — Fensterbänder, Flachdächer und viel Glas.
- Neue Materialien — Stahl- und Betonskelette ermöglichen offene Grundrisse und große Fensterflächen.
- Weiß oder hell — oft helle, einheitliche Farben.
Hintergrund und Bedeutung
Der Stil geht aus der Moderne hervor und hat Wurzeln im Bauhaus, in De Stijl und im Werk von Architekten wie Le Corbusier, Ludwig Mies van der Rohe und Walter Gropius. Die Idee war eine universelle, zeitlose Architektur, die überall auf der Welt anwendbar war, unabhängig von lokalen Traditionen — daher “international”. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägte der Stil Bürotürme und Wohnblöcke. Später wurde er kritisiert, weil die Gebäude als kühl und eintönig empfunden wurden, was zum Postmodernismus beitrug.
Verwandte Begriffe
- Bauhaus
- Le Corbusier
- Expressionismus
- Brutalismus
- High-Tech
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