Das Dachgesims (auch Traufgesims oder Kranzgesims genannt) ist ein waagerechtes, oft profiliertes Bauteil am unteren Rand des Dachs, das den Übergang zwischen Dachfläche und Außenwand bildet.
Funktion
Das Dachgesims erfüllt mehrere wichtige Aufgaben:
- Wasserableitung: Es leitet das Regenwasser von der Fassade weg und schützt die darunterliegende Wand vor Feuchtigkeit. Durch die vorspringende Form tropft das Wasser nicht direkt an der Wand herab.
- Fassadenschutz: Der Dachüberstand am Gesims schützt die oberen Fassadenbereiche vor direkter Witterung und verlängert so die Lebensdauer des Putzes oder der Verkleidung.
- Gestaltung: In der klassischen Architektur ist das Gesims ein wichtiges gestalterisches Element, das dem Gebäude einen oberen Abschluss verleiht. Aufwendig profilierte Gesimse sind typisch für Gründerzeit- und Barockbauten.
Bauformen
- Einfaches Traufgesims: Ein schlichter, leicht vorspringender Abschluss, häufig bei modernen Gebäuden.
- Profiliertes Gesims: Mit Hohlkehlen, Rundstäben und Plättchen gegliedert, typisch für historische Bauten.
- Kastengesims: Ein geschlossener Kasten an der Traufe, der die Sparrenenden verkleidet und oft die Regenrinne aufnimmt.
- Offene Traufe: Die Sparrenenden bleiben sichtbar, das Gesims entfällt. Häufig bei Holzbauten und im alpenländischen Stil.
Anwendung
Bei Neubauten wird die Gesimsform durch den architektonischen Stil und die örtlichen Bauvorschriften bestimmt. Bei der Sanierung historischer Gebäude steht oft die Wiederherstellung des originalen Gesimsprofils im Vordergrund, insbesondere bei denkmalgeschützten Bauten. Das Gesims ist auch der Bereich, an dem die Regenrinne befestigt wird. Daher muss bei einer Dachsanierung stets geprüft werden, ob das Gesims die zusätzliche Last tragen kann.
Verwandte Begriffe
- Traufe
- Dachüberstand
- Ortgang
- Kranzgesims
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