Die Cusveller-Decke ist ein Fertigteildeckensystem, bei dem vorgefertigte Betonbalken oder -rippen mit Füllkörpern kombiniert und durch eine Ortbetonschicht zu einer tragfähigen Geschossdecke ergänzt werden. Dieses System ermöglichte eine rationelle und kostengünstige Herstellung von Geschossdecken.
Anwendung
Die Cusveller-Decke gehört zur Familie der Balken- oder Rippendecken mit Zwischenbauteilen, die im 20. Jahrhundert als wirtschaftliche Alternative zu reinen Ortbetondecken entwickelt wurden. Das System besteht aus drei Hauptkomponenten: den vorgefertigten Tragbalken, den Füllkörpern zwischen den Balken und einer darüberliegenden Betondruckplatte.
Die vorgefertigten Balken werden auf der Baustelle in regelmäßigen Abständen auf die tragenden Wände aufgelegt. Zwischen den Balken werden Füllkörper aus Leichtbeton, Hohlziegel oder anderen Materialien eingelegt. Diese Füllkörper dienen als verlorene Schalung für den aufzubringenden Ortbeton und reduzieren gleichzeitig das Eigengewicht der Decke. Anschließend wird eine dünne Betonschicht aufgegossen, die alle Elemente zu einer monolithischen Deckenkonstruktion verbindet.
Die Vorteile dieses Systems liegen in der Wirtschaftlichkeit und der einfachen Handhabung. Die Balken konnten ohne schweres Hebezeug verlegt werden, was besonders im Wohnungsbau von Vorteil war. Gegenüber einer vollständig vor Ort geschalten und betonierten Decke entfiel ein Großteil der aufwendigen Schalungsarbeiten. Die Decke bot zudem gute Wärme- und Schalldämmeigenschaften.
Im heutigen Bauwesen sind Cusveller-Decken vor allem bei Bestandsgebäuden relevant. Bei Sanierungen und Umbauten müssen diese Deckensysteme korrekt identifiziert werden, um ihre Tragfähigkeit beurteilen und gegebenenfalls verstärken zu können.
Verwandte Begriffe
- Fertigteildecke
- Rippendecke
- Hohlkörperdecke
- Ortbetondecke
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