Eine Cunette ist ein schmaler, zusätzlich vertiefter Graben am Boden einer Baugrube oder eines Kanals, der zur gezielten Wasserableitung oder als Fundamentgraben dient. Der Begriff stammt aus dem Französischen und wird sowohl im Tiefbau als auch im historischen Festungsbau verwendet.
Anwendung
Im modernen Tiefbau bezeichnet die Cunette einen schmalen Graben, der in der Sohle einer Baugrube ausgehoben wird. Dieser Graben dient in erster Linie der Entwässerung: Grundwasser und Niederschlagswasser sammeln sich in der Cunette und können von dort gezielt abgepumpt oder abgeleitet werden. Dadurch bleibt die Baugrubensohle trocken, was die Arbeitsbedingungen verbessert und die Qualität der Fundamentierung sicherstellt.
Bei der Verlegung von Kanälen und Leitungen wird die Cunette als der untere, verengte Teil des Grabenprofils ausgeführt. In Abwasserkanälen bildet die Cunette die Rinne im Sohlbereich, die auch bei geringem Wasserstand eine ausreichende Fließgeschwindigkeit gewährleistet. Dies verhindert Ablagerungen und sorgt für eine zuverlässige Entwässerung.
Historisch stammt der Begriff aus dem Festungsbau des 17. und 18. Jahrhunderts. In den trockenen Gräben von Festungsanlagen wurde eine Cunette als schmaler, vertiefter Graben in der Grabensohle angelegt. Sie erschwerte dem Angreifer das Überqueren des Grabens und diente gleichzeitig der Wasserableitung.
Im Kanalbau und Wasserbau wird die Cunette zur Führung des Wasserabflusses eingesetzt. In Regenrückhaltebecken und Stauanlagen sorgt sie für einen definierten Abflussweg bei niedrigen Wasserständen. Die Cunette wird je nach Anforderung in Beton, Mauerwerk oder als natürliches Gerinne ausgeführt.
Verwandte Begriffe
- Baugrube
- Entwässerung
- Grabenprofil
- Kanalsohle
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