Ein Cul-de-lampe ist eine aus der Wand hervorragende, nach unten spitz zulaufende Konsole, die als Auflager für Gewölberippen, Säulenansätze oder Figuren dient. Der französische Begriff bedeutet wörtlich „Lampenboden” und verweist auf die umgekehrt kegelförmige Gestalt des Elements.
Anwendung
Der Cul-de-lampe findet sich vor allem in der gotischen und spätgotischen Architektur, wo er eine wichtige konstruktive und dekorative Funktion erfüllt. Als Kragstein nimmt er die Last von Gewölberippen, Diensten oder Figurenbaldachinen auf und leitet sie in die Wand ab, ohne dass eine durchgehende Säule oder ein Pfeiler vom Boden bis zur Decke erforderlich wäre.
In der Kirchenarchitektur begegnet man dem Cul-de-lampe häufig an den Wänden des Langhauses oder Chors, wo die Gewölberippen auf der Wandfläche aufsetzen. Die Konsole bildet dabei den Übergang zwischen der vertikalen Wand und den schräg verlaufenden Rippen. Diese Lösung ermöglicht schlankere Wandkonstruktionen und einen großzügigeren Raumeindruck.
Die dekorative Gestaltung von Culs-de-lampe ist außerordentlich vielfältig. Sie können als einfache geometrische Formen, als Blattwerk, als Tierköpfe, als menschliche Büsten oder als ganze Figurengruppen ausgeführt sein. In der Spätgotik erreichte die Gestaltung besondere Virtuosität mit filigranen Maßwerkformen und naturalistischem Laubwerk.
Auch in der profanen Architektur wurden Culs-de-lampe eingesetzt, etwa in Rathäusern, Burgen und Wohnhäusern. In der Renaissance und im Barock lebte das Element in abgewandelter Form weiter als dekorative Wandkonsole für Vasen, Büsten oder Leuchter.
Verwandte Begriffe
- Kragstein
- Konsole
- Gewölberippe
- Baldachin
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