CIAM (Congrès International d’Architecture Moderne) war eine internationale Vereinigung moderner Architekten, die von 1928 bis 1959 bestand und enormen Einfluss auf den Städtebau und die Architektur des 20. Jahrhunderts hatte. Die Organisation formulierte die Grundsätze des Funktionalismus und der modernen Stadtplanung.
Hintergrund
CIAM wurde 1928 in La Sarraz (Schweiz) von unter anderem Le Corbusier und Sigfried Giedion gegründet. Die Ziele waren:
- Verbreitung des Modernismus — Architektur sollte funktional, ehrlich und sozial sein
- Internationale Zusammenarbeit — Architekten aus ganz Europa arbeiteten zusammen
- Städtebauliche Grundsätze — die Stadt sollte rational nach Funktionen gegliedert werden
Die Charta von Athen (1933)
Das bekannteste Ergebnis von CIAM ist die Charta von Athen, die vier Funktionen der Stadt definierte:
- Wohnen — geräumig, hell, grün
- Arbeiten — getrennt von Wohngebieten
- Erholung — Parks und Sporteinrichtungen
- Verkehr — effiziente Verbindungen zwischen den Funktionen
Anwendung und Einfluss
Die CIAM-Prinzipien wurden weltweit angewendet:
- Nachkriegsstadtviertel — Funktionstrennung, Hochhäuser im Grünen
- Neue Städte — Brasília, Chandigarh
- Wiederaufbau — zahlreiche europäische Städte nach dem Zweiten Weltkrieg
Kritik
Ab den 1960er Jahren kam Kritik: Funktionstrennung führte zu leblosen Vierteln und der menschliche Maßstab ging verloren. Postmodernismus und New Urbanism reagierten darauf.
Verwandte Begriffe
- Funktionalismus
- Modernismus
- Städtebau
- Le Corbusier
- Postmodernismus
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